Segel-WeltmeisterschaftBuhl-Comeback: "Das ist es, was ich mir gewünscht habe"

Tatjana Pokorny

 · 08.08.2018

Segel-Weltmeisterschaft: Buhl-Comeback: "Das ist es, was ich mir gewünscht habe"Foto: Sailing Energy/World Sailing

Als erster deutscher Starter zieht Lasersegler Philipp Buhl bei der WM in ein Finale ein. Und hat sich die erhoffte Medaillenchance erkämpft – AKTUALISIERT!

  Philipp Buhl freut sich auf das WM-Medaillenfinale der LaserseglerFoto: tati
Philipp Buhl freut sich auf das WM-Medaillenfinale der Lasersegler

Mit einem beherzt gesegelten Rennen und dem richtigen Vertrauen in das eigene gute Gefühl für Winddreher hat sich Philipp Buhl bei der Weltmeisterschaft in der Bucht von Aarhus die erhoffte Medaillenchance erkämpft. Nach dem unglücklich bestrittenen neunten Rennen am Vortag nutzte der Sonthofener am Donnerstag die zehnte und letzte Wettfahrt der Laser-Goldflotte zum Comeback. Mit Rang fünf rückte der Weltranglisten-Zweite auch in der Gesamtwertung auf Platz fünf vor und zieht nun als erster deutscher Starter bei diesen Welttitelkämpfen in ein Finale der besten zehn Boote ein.

  Will am Freitag um WM-Bronze kämpfen: Lasersegler Philipp BuhlFoto: Sailing Energy/World Sailing
Will am Freitag um WM-Bronze kämpfen: Lasersegler Philipp Buhl

"Das ist es, was ich mir gewünscht habe. Ich bin dankbar, dass mir der Wiederanschluss an die Spitzengruppe heute gelungen ist", sagte der 28-jährige Weltranglisten-Zweite, der am Donnerstag im Hafen von Aarhus wieder lächeln konnte. Zwar werden voraussichtlich der Zypriote Pavlos Kontides (41 Punkte) und der Australier Matthew Wearn (45 Punkte) im Duell um die WM-Krone ringen, doch Buhl (64 Punkte) kann im doppelt gewerteten Medaillenfinale noch Bronze gewinnen. Dafür muss er im Finale drei Plätze besser sein als der vor ihm liegende Elliot Hanson (60 Punkte) und einen Platz besser als Rio-Bronzemedaillen-Gewinner Sam Meech (63 Punkte) aus Neuseeland (63 Punkte). Olympiasieger Tom Burton aus Australien war über Nacht vom neunten Rennen disqualifiziert worden und hat als Sechster vor dem Finale 13 Zähler Rückstand auf Philipp Buhl.

  In Rio de Janeiro war Philipp Buhl vor zwei Jahren am Strand der Guanara-Bucht einer der ersten Gratulanten, als der Neuseeländer Sam Meech die olympische Bronzemedaille gewann. Die beiden Segler verstehen sich gut, Buhl gönnte dem Kiwi die Medaille. Am Freitag müssen die beiden gegeneinander und mit dem Briten Elliot Hansen um Bronze kämpfenFoto: Sailing Energy/World Sailing
In Rio de Janeiro war Philipp Buhl vor zwei Jahren am Strand der Guanara-Bucht einer der ersten Gratulanten, als der Neuseeländer Sam Meech die olympische Bronzemedaille gewann. Die beiden Segler verstehen sich gut, Buhl gönnte dem Kiwi die Medaille. Am Freitag müssen die beiden gegeneinander und mit dem Briten Elliot Hansen um Bronze kämpfen

Seine Chancen im Kampf um Bronze bewertete Buhl positiv: "Ich habe keinen Druck, sondern eine neue Chance bekommen. Ich werde das ganze Finale bis zum Anschlag darum kämpfen." Ob sich dann vielleicht Bronze anfühlen könnte wie die vor WM-Start ins Visier genommene Goldmedaille? "Das kann ich dann morgen sagen", antwortet Buhl mit angriffslustigem Lächeln. Während die zehn besten Lasersegler ihre Boote in die Sperrzone für Teilnehmer am Medaillenrennen brachten, waren einige von ihnen parallel zum Umzug noch im Jury-Raum gefordert. Der Brite Elliot Hanson hatte nach dem Rennen Protest gegen Kiwi Sam Meech eingereicht. Eine mögliche Disqualifikation könnte die Ausgangslage der Teilnehmer am Laser-Medaillenrennen und damit auch die von Philipp Buhl noch verändern.

AKTUALISIERUNG: Die Jury hat am Abend dem Protest des Briten Elliot Hansen stattgegeben und den Neuseeländer Sam Meech nach Kontakt der beiden Boote vom 10. Rennen disqualifiziert. Damit rückt Philipp Buhl vor dem Medaillenrennen auf Platz vier vor. Sam Meech fiel mit nun insgesamt 75 Punkten auf Platz 5 zurück. Obwohl die Protestentscheidung Philipp Buhl indirekt begünstigte, sagte der mit Meech befreundete Aktivensprecher des German Sailing Teams: "Diese Entscheidung tut mir in der Seele weh."

  Die Laserregatta geht bei der Weltmeisterschaft in der Bucht von Aarhus vor aufsehenerregender Kulisse nach packenden Rennen mit dem Medaillenrennen am Freitag in die heiße SchlussphaseFoto: Sailing Energy/World Sailing
Die Laserregatta geht bei der Weltmeisterschaft in der Bucht von Aarhus vor aufsehenerregender Kulisse nach packenden Rennen mit dem Medaillenrennen am Freitag in die heiße Schlussphase

Meistgelesene Artikel