Sailing World Cup HyèresKrankheitswelle bremst deutsche Top-Segler aus

Tatjana Pokorny

 · 28.04.2018

Sailing World Cup Hyères: Krankheitswelle bremst deutsche Top-Segler ausFoto: Jesus Renedo/Sailing Energy/World Sailing

Während die französischen Gastgeber über viermal Gold und insgesamt sieben Medaillen jubelten, kämpften sich die deutschen Segler angeschlagen über die Kurse

Es kommt nicht oft vor, dass gleich fünf Top-Sportler einer Nationalmannschaft kurz vor Beginn einer Weltcup-Regatta erkranken. In Hyères aber war genau das passiert. Die führenden 49erFX-Seglerinnen Vicky Jurczok und Anika Lorenz sowie Tina Lutz und Susann Beucke hatten sich in einem Whirlpool mit einem Virus infiziert. So gingen die Weltranglisten-Ersten aus Berlin und die Europameisterinnen aus Süddeutschland und aus Strande geschwächt in die Serie und verpassten das Finale der besten zehn Mannschaften trotz großer kämpferischer Leistung als Zwölfte und Dreizehnte knapp.

  Auch sie hatten mit der Virus-Infektion zu kämpfen, verpassten das Finale als Zwölfte aber nur knapp: die Weltranglisten-Ersten Victoria Jurczok und Anika LorenzFoto: Jesus Renedo/Sailing Energy/World Sailing
Auch sie hatten mit der Virus-Infektion zu kämpfen, verpassten das Finale als Zwölfte aber nur knapp: die Weltranglisten-Ersten Victoria Jurczok und Anika Lorenz
  Harte Tage für Philipp Buhl: Der Sonthofener quälte sich mit einer heftigen Erkältung durch die Serie, konnte aber nach starker kämpferischer Leistung am Ende vor allem sich selbst wieder überzeugen. Mit Rang zwei im Medaillenfinale beendete Buhl die Weltcup-Regatta versöhntFoto: Jesus Renedo/Sailing Energy/World Sailing
Harte Tage für Philipp Buhl: Der Sonthofener quälte sich mit einer heftigen Erkältung durch die Serie, konnte aber nach starker kämpferischer Leistung am Ende vor allem sich selbst wieder überzeugen. Mit Rang zwei im Medaillenfinale beendete Buhl die Weltcup-Regatta versöhnt

Auch Laser-Vizeweltmeister und Aktivensprecher Philipp Buhl musste mit einer starken Erkältung, Schüttelfrost und dichter Nase in das Kräftemessen der besten Olympiasegler einsteigen, konnte dadurch vor allem an den ersten Tagen kaum punkten. Erst gegen Ende der in diesem Jahr von ungewöhnlich leichten Winden geprägten Serie fand der immer noch angeschlagene 28-Jährige zu seiner Weltklasse-Form zurück, zeigte mit einem Rennsieg, weiteren guten Platzierungen in der größten Weltcup-Flotte von 68 Booten sowie Rang zwei im Medaillenrennen, dass er auch weiter der Spitzengruppe seiner Disziplin angehört.

"Das Finale hat wirklich Spaß gemacht", sagte Buhl, der am Montag mit dem Laser-Team nach La Rochelle weiterreist, wo in einer Woche die Europameisterschaft beginnt. "Ich werde davor einen Tag mehr pausieren als sonst, muss mich einmal ganz erholen", so der Steuermann vom Segelclub Alpsee Immenstadt, "dann aber freue ich mich auf den EM-Start." Laser-Bundestrainer Alex Schonski, der sich auch über den 23. Platz von Theodor Bauer freute, sagte mit Blick auf die anstehenden europäischen Titelkämpfe, die Kieler Woche und vor allem die Weltmeisterschaft in Aarhus im August: "Im Finale war Philipp noch einmal schön schnell auf allen Kursen. Philipp hat das Niveau und das Selbstbewusstsein. Er weiß, dass bei ihm eine Medaille immer drin ist."

  Im Laser Radial zeigte Svenja Weger als Vierzehnte ihre bislang beste SaisonleistungFoto: Jesus Renedo/Sailing Energy/World Sailing
Im Laser Radial zeigte Svenja Weger als Vierzehnte ihre bislang beste Saisonleistung

Die Berliner 470er-Seglerinnen Frederike Loewe und Anna Markfort wurden vor Hyères Siebte und erreichten damit das beste deutsche Ergebnis. "Wir haben das gut gemeistert", sagte Vorschoterin Anna Markfort, "die Zusammenarbeit in unserer Trainingsgruppe mit unserem Trainer Marek Chocian und den beiden anderen Frauen-Crews, aber auch mit den Männern ist sehr produktiv. Unser Ziel für diese Saison ist es, uns in den Top Ten festzusetzen. Das ist nun bereits zweimal gelungen." Als 21. konnte mit Fabienne Oster und Anastasiya Winkel auch die junge Mannschaft vom Norddeutschen Regatta Verein in Hamburg überzeugen. Erfolgreichste Nation war vor Hyères Gastgeber Frankreich mit sieben Medaillen, darunter vier goldenen.

  Die 470er-Seglerinnen Frederike Loewe und Anna Markfort sorgten mit Rang 3 im Medaillenfinale als Gesamt-Siebte für das beste deutsche Ergebnis in HyèresFoto: Jesus Renedo/Sailing Energy/World Sailing
Die 470er-Seglerinnen Frederike Loewe und Anna Markfort sorgten mit Rang 3 im Medaillenfinale als Gesamt-Siebte für das beste deutsche Ergebnis in Hyères

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