Der 2025 angelaufene Sailing Grand Slam nimmt schärfere Konturen an. Im Kampf um ein strahlkräftiges und international übergreifendes Dach für den olympischen Segelsport bilden fünf große Regatten eine Serie, die ihre Athleten in den Mittelpunkt stellt. Den Saisonauftakt markierte der Spanienklassiker Trofeo Princesa Sofia – mit starkem Einstieg der Nationalsegler. Dazu zeigen wir die neuen Bilder der deutschen Top-Segler.
Es herrschen bewegte Zeiten im olympischen Segelsport. Auf dem Wasser und an Land wird mit neuen Formaten experimentiert und um maximale Attraktivität für die Aktiven und die Fans gerungen. Hinter den Bemühungen steht auch das Ziel, ein in den Augen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) attraktiver Sport für die Olympischen Spiele zu bleiben. Während manch ein Test neuer Finalformate auch Stilblüten treibt, soll der Sailing Grand Slam für Ordnung und Überblick sorgen, den Olympioniken eine verlässliche, kontinuierliche und veritable Bühne bieten.
Segeln wurde erstmal 1900 als olympische Sport ausgetragen. 126 Jahre später sind es jetzt noch gut zwei Jahre bis zu den XXXIV. olympischen Sommerspielen mit zehn Segelwettbewerben: sechs Boots- und vier Board-Disziplinen. Im Einsatz werden sein: die Ein-Personen-Jollen Ilca 7 (Männer) und Ilca 6 (Frauen), der 470er und der Nacra 17 für Mixed-Crews sowie die Skiffs für Männer (49er) und Frauen (49erFX). Dazu die iQFOiL-Windsurfer (Männer/Frauen) und die Formula-Kiter (Männer/Frauen).
Genau diese zehn Disziplinen stehen auch bei den Regatten des Sailing Grand Slams im Mittelpunkt. Die 2025 erneut gestartete Top-Serie des olympischen Segelsports nimmt jetzt Fahrt auf. Fünf große Regatten bilden sie: Der in diesem Jahr bereits bestrittene Spanien-Klassiker Trofeo Princesa Sofía Mallorca markierte den ersten Aufschlag. Es folgen die an diesem Wochenende startende French Olympic Week (Semaine Olympique Française) vor Hyères und die Dutch Water Week vom 30. Mai bis zum 7. Juni bei Almere.
Das vierte Kapitel wird bei der Kieler Woche in ihrer ersten olympischen Halbzeit (20. bis 24. Juni) geschrieben. Den Schlusspunkt setzt die Long Beach und San Pedro Olympic Classes Regatta (13. Juli bis 6. August). Hier geht es zur Übersicht über das Regatta-Quintett, das den Sailing Grand Slam 2026 bildet.
Nach der im vergangenen Jahr noch holprig angelaufenen Wiederbelebung der Idee einer übergeordneten Serie für den olympischen Segelsport, nimmt der Sailing Grand Slam jetzt Fahrt auf. Die neuen Ranglisten sind nach dem ersten der fünf Events bereits online einzusehen.
Mit den Trofeo-49er-Siegern Richard Schultheis und Fabian Rieger liegt in einer Diszipline auch ein deutsches Duo vorne. Im 49erFX sind Sophie Steinlein und Cathy Bartelheimer entsprechend der in Spanien strahlend gewonnenen Silbermedaille Ranglisten-Zweite. Im Ilca 7 lauert Philipp Buhl auf Platz vier. Nach dem erfolgreichen Auftreten der Nationalsegler vor Mallorca (Platz 2 in der Nationenwertung) hat sich das German Sailing Team für die weiteren Verlauf der Sailing Grand Slam eine gute Ausgaangsbasis verschafft.
Die Organisatoren des Sailing Grand Slam haben sich nach der Auftaktregatta in Spanien jetzt an die Segler, Coaches, Klassen und Verbände gewendet, um auf Kurs Zukunft weiteres Feedback einzuholen und Verbesserungen vorantreiben zu können. Im Anschreiben hieß es: “Wir sind noch nicht am Ziel. Es wird sich weiterentwickeln. Und es wird sich nur verbessern, wenn wir weiterhin zuhören – euch, euren Trainern, euren Klassen, euren Verbänden.”
Zum ersten Mal sind die Bausteine vorhanden: fünf Events, zehn Klassen, eine gemeinsame Ausrichtung.” Sailing Grand Slam
Der Sailing Grand Slam (SGS) soll die Leistung von Olympia-Aktiven über einzelne Regatten hinaus über die gesamte Saison hinweg zeigen. Am Ende zählen die drei besten SGS-Ergebnisse und das nicht streichbare WM-Resultat. So wird es weniger ins Gewicht fallen, wenn ein Team oder auch eine ganze Disziplin bei einer der SGS-Regatten nicht dabei sind. Die SGS-Macher haben vor allem ihre Sportler im Visier, wollen sie in den Vordergrund segeln lassen.
Im SGS-Brief an die Aktiven heißt es: “Wir wollen euch unterstützen, eure Geschichte zu erzählen. Nicht, indem wir mehr verlangen oder euch zu Influencern machen, sondern indem wir das miteinander verbinden, was schon existiert. Über unsere fünf Veranstaltungen, eure zehn Klassen, eure nationalen Verbände und euch hinweg.”
‘Von den Athleten. Für den Sport.’ ist kein Slogan. Es ist ein Grundsatz. Wir hören zu. Wir passen uns an. Und wir bauen das gemeinsam mit euch auf.” Sailing Grand Slam
Weiter heißt es im Schreiben der SGS-Antreiber: “Wie beim Geschichtenerzählen suchen wir keine polierte Perfektion. Was Fans und Follower mit unserem Sport verbindet, ist die echte Geschichte: die guten Tage, die schlechten Tage, die Arbeit dazwischen.” Das Ziel der Serienarchitekten ist klar: “Eine globale Serie, die den olympischen Wassersport wettbewebsmäßig, strukturell und sichtbar stärkt.”

Freie Reporterin Sport