Am 26. September will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) über den nationalen Kandidaten für eine Bewerbung um mögliche Olympische Spiele in Deutschland 2036, 2024 oder 2044 entscheiden. München, KölnRheinRuhr und Berlin kämpfen um den Zuschlag. Offen ist bei zwei der drei Bewerber das Segelrevier. Berlin hat sich – unter anderem aufgrund der geografischen Nähe – bereits für Rostock-Warnemünde als Partner für die Hauptstadtbewerbung entschieden. München und KölnRheinRuhr haben sich die Wahl von Kiel oder Warnemünde bislang offengehalten.
Auf der Zielgeraden zur DOSB-Entscheidung in gut zwei Wochen kommt aus Bayern und Nordrhein-Westfalen Rückenwind für Kiel. Im erprobten Revier der schleswig-holsteinischen “Sailing City” wurden 1936 und 1972 bereits olympische Segelregatten ausgetragen. Mit den Landesseglerverbänden in Bayern (BSV) und in Nordrhein-Westfalen (SVNRW) haben sich die beiden größten Fachverbände unter DSV-Dach pro Kiel ausgesprochen.
Die Argumente beinhalten das „ideale Revier“, den „Glanz einer Segelstadt von Weltrang“, die „bereits erprobte Infrastruktur“ und auch „den einzigen deutschen Bundesstützpunkt in Kiel“. Beide Landessegelverbände haben Positionspapiere veröffentlicht und ihre Einschätzungen den Bewerbungskommissionen für München und KölnRheinRuhr übermittelt.
Ihre Überzeugung: Das Heimatrevier der Kieler Woche könnte einer deutschen Bewerbung zusätzliche Zugkraft verleihen. In der BYC-Erklärung heißt es: „Entscheidend sind aus Verbandssicht Infrastruktur, Revierqualität, Leistungssportstrukturen und die neue gemeinsamen Nachwuchsbasis in Kiel.“ Die bayerische Schlussfolgerung: „Der BSV spricht sich klar für Kiel-Schilksee als Segelstandort einer deutschen Olympia-Bewerbung aus.“
Ganz ähnlich wird vom SVNRW argumentiert. Hier heißt es im 12-seitigen Positionspapier (Download hier in der SVNRW-Meldung): „Das anspruchsvolle Revier, die erprobte Infrastruktur, die Verzahnung mit dem deutschen Spitzen- und Nachwuchsleistungssport sprechen für den Standort.” Wichtig sei, so heißt es weiter, „dass eine Entscheidung für Kiel nicht nur den Spielen dient, sondern bestehende Strukturen nachhaltig stärkt“. Aus Sicht des Segler-Verbandes Nordrhein-Westfalen habe sich Kiel “kontinuierlich zum führenden deutschen Segelstandort entwickelt”.
Kiel verbinde olympische Erfahrung mit einer leistungsfähigen, modernen und nachhaltig weiterentwickelten Infrastruktur, exzellenten Segelrevieren und hoher organisatorischer Kompetenz, heißt es im Positionspapier des SVNRW. Ebenso verbinde Kiel-Schilksee wie kein anderer deutscher Segelstandort olympische Tradition und Erfahrung, den Bundesstützpunkt des Deutschen Segler-Verbandes, auch international anerkannte Segelreviere und eine langfristige Strategie zur Förderung des deutschen Leistungs- und Nachwuchssports.
Den Nachwuchs hatten bereits im Mai fünf Verbände und fünf Vereine im Visier, als die den Grundstein für eine gemeinsame Trainingsbasis für Talente in Kiel gelegt hatten. Rund um das Olympiazentrum Schilksee befindet sich eine zielorientierte Infrastruktur für Nachwuchsförderung auf Kurs zu möglichen künftigen Olympischen und Paralympischen Spiele in Deutschland im Aufbau. Den Grundlagenvertrag dazu hatten am 22. Mai die Landessegelverbände aus Bayern, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sowie fünf Vereine unterzeichnet.
Der DOSB entscheidet am 26. September über den deutschen Bewerber, der ins internationale Ringen um die Austragungsrechte für Olympia ziehen darf. Berlin, KölnRheinRuhr und München hatten Anfang Juni ihre finalen Konzepte fristgerecht beim DOSB eingereicht. Die finale Entscheidung, welcher Standort Deutschland im internationalen Auswahlprozess vertreten soll, fällt am 26. September auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB in Baden-Baden.

Freie Reporterin Sport
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