Olympische Spiele

Laser-WM: Slingsby gewinnt WM in Boltenhagen

Andreas Fritsch

 · 10.05.2012

Laser-WM: Slingsby gewinnt WM in BoltenhagenFoto: J. Berg

Der Australier zeigt sich in Top-Olympia-Form. Dem Deutschen Simon Grotelüschen verhagelte ein Protest die Medaillenchancen, er wird Achter

Slingsby dominierte die Weltmeisterschaft an der deutschen Ostseeküste vom ersten Rennen an und gab die Kontrolle nie aus der Hand. Der 27-jährige Australier hat damit ein eindrucksvolles Signal für seine Olympiaform gesetzt, so sah er es auch selbst nach dem Sieg: "Ich weiß, dass viele sagen, bei leichtem Wind hätte ich Schwächen. Doch ich glaube, dass ich diese Woche bewiesen habe, dass dies nicht mehr so ist. Ich habe viel an meiner Leichtwind-Performance gearbeitet und extra Gewicht abgebaut, um konkurrenzfähig für Olympia zu sein." Deutlich zu spüren ist die Entschlossenheit des Australiers, eine Scharte in seinem Leistungsspektrum auszumerzen: Bei den letzten Spielen in China galt er als Weltmeister als einer der sicheren Medaillenkandidaten, kam aber nie richtig in Fahrt und fuhr als 22. nach Hause. Das soll ihm natürlich nicht noch einmal passieren.

  Weltmeister Slingsby nach dem Sieg. Zum letzten Rennen trat er wegen einer Verletzung nicht mehr anFoto: J. Berg
Weltmeister Slingsby nach dem Sieg. Zum letzten Rennen trat er wegen einer Verletzung nicht mehr an

Dabei ging er sogar noch gehandikapt ins Finale: Mit einer Knöchelverletzung vom Vortag humpelte Slingsby zum Start am letzten Tag – wer schon einmal in den Fußgurten eines Lasers gehangen hat, weiß, wie sehr so etwas behindert. Mit dem 10. Platz im ersten Rennen des letzten Tages war er dann auch eher durchschnittlich für seine Verhältnisse unterwegs, doch da sein direkter Konkurrent, der Kroate Tonci Stipanovic, nur auf Platz 21 ins Ziel kam, konnte der Australier auf das letzte Rennen verzichten. Stipanovic holte sich die Silbermedaille und empfahl sich damit ebenfalls für Olympia. Dritter wurde der Neuseeländer Andrew Maloney.

Enttäuschend war der letzte Schlagabtausch der Laser-Segler für den Goldmedaillengewinner von Qingdao, den Briten Paul Goodison, ausgegangen. Er landete auf Platz 20 unter anderem wegen einer Black-Flag-Disqualifizierung im Finalrennen.

Bei den Spielen im Weymouth wird auch Simon Grotelüschen dabeisein, der bei der Heim-WM ein wenig Pech hatte. Auf Platz 8 liegend, ging er in die Finalrennen und handelte sich gleich in der ersten Wettfahrt einen Protest ein, der ihm eine Disqualifizierung einbrachte und so eine Super-Platzierung kostete. Es ging um eine Berührung beim Start, die letztlich gegen ihn entschieden wurde. Ohne den Protest wäre eine Medaille wohl in Reichweite gewesen. Der Deutsche unterstrich durch sehr gute Rennen aber seine exzellente Form. Zweitbester Deutscher war Philip Buhl auf Platz 11., der mit zwei Siegen in den Final-Tagen punktete.

Meistgelesene Artikel