Tatjana Pokorny
· 09.03.2024
Sebastian Kördel und Theresa Steinlein sind ihrem Traum von der Olympia-Premiere einen großen Schritt näher gerückt. Bei den iQFoil Games in Cadiz biss sich “Basti” Kördel trotz Sturz und Verletzung bis zum Ende durch und holte als Sechster noch 15 wertvolle Punkte für sein Ausscheidungskonto auf Kurs Olympia. Kördel war zur Halbzeit der Serie bei knapp 30 Knoten Speed bei einer Wendemarke auf das vor ihm ins Wasser gefallene Segel geknallt und hatte sich eine schwere Oberschenkelprellung zugezogen.
Deutschlands beste iQFoil-Windsurferin Theresa Steinlein surfte vor Cadiz nur haarscharf am Sieg vorbei und kassierte sogar 22 Punkte für ihr persönliches Olympia-Qualifikationskonto. Damit haben beide iQFoil-Top-Athleten vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV) im Ringen um ihre Olympia-Fahrkarte bei der dritten und letzten Ausscheidungsregatta (Trofeo Princesa Sofía Anfang April) “nur” noch eine große Aufgabe zu lösen: Sie müssen in der Endabrechnung aller drei Ausscheidungsregatten unter den Top-Ten-Nationen platziert sein.
Für Olympia-Kadermitglied Sebastian Kördel ist diese Aufgabe nach verunglückter WM 2024 (Platz 28) etwas schwerer zu lösen als für Theresa Steinlein. Doch beide iQFoil-Asse glauben daran, dass sie die Hürde mit guten Ergebnissen nehmen können.
Ich bin guten Mutes für Palma” (Sebastian Kördel)
Der in Regie von DSV-Coach Dom Tidey trainierende Sebastian Kördel hat bislang bei der WM und den iQFoil Games in Cadiz die Nationenplätze elf und fünf geholt. Der 33-jährige Weltmeister von 2022 und Vizeweltmeister von 2023 zog nach zwei von drei Ausscheidungsregatten am Abend in Cadiz optimistisch Zwischenbilanz: “Mein Sturz hier bei den iQFoil Games war unglücklich. Ich konnte aber trotzdem wertvolle Quali-Punkte sammeln und freue mich jetzt auf die Trofeo Princesa Sofía. Das Revier liegt mir, und wir haben dort auch unseren traditionellen NRV-Abend. Es wird schön sein, alle dazuhaben. Ich bin guten Mutes für Palma.”
Ähnlich sieht es Theresa “Resi” Steinlein, die im Perspektivkader des German Sailing Teams hart für ihren Aufstieg gearbeitet hat und nun mit Trainer Daniel Slijk auf die olympische Zielgerade eingebogen ist. Die nur eine Minute jüngere Zwillingsschwester der 49er-FX-Steuerfrau, Kieler-Woche-Siegerin und SailGP-Strategin Sophie Steinlein kann ihr Olympia-Ticket wie Sebastian Kördel bei der Trofeo Princesa Sofía Anfang April in der Bucht von Palma lösen. Mit Blick auf ihre bislang geholten Nationenplatzierungen 11 und 2 hat sie sich für den Spanien-Klassiker das Erreichen des Medaillenrennens zum Ziel gesetzt.
Die erst 2020 aus der Segeljolle auf das iQFoil-Board umgestiegene Windsurferin hat eine steile und erfolgreiche Lernkurve absolviert. Inzwischen hat sie das Zeug dazu, in der Weltspitze zu agieren. “Sie hat technisch enorme Fortschritte gemacht und immer einen sehr guten Überblick über den Kurs”, zollt DSV-Coach Daniel Slijk seiner Top-Schülerin Respekt.
Auch Theresa Steinlein selbst weiß, dass ihr die Segelausbildung zu Beginn ihrer Karriere heute im olympischen Windsurfen gute Dienste leistet. Lächelnd erzählt sie: “Mir hilft die Taktik aus dem Segelsport. Ich mache mir vor jedem Rennen einen Plan und denke, dass ich schlauer bin als die anderen, weil ich vom Segeln komme.” Zudem hat die tendenziell eher leichte Theresa Steinlein intensiv an ihren Schwächen in starken und mittleren Winden gearbeitet. “Inzwischen sind diese Schwächen zu meinen Stärken geworden”, sagt sie.
Hier geht es zu den Ergebnissen der iQFoil Games in Cadiz – für Deutschlands beste iQFoil-Windsurfer war es die zweite von drei Ausscheidungsregatten auf Kurs Paris 2024.

Freie Reporterin Sport