Finn-Dinghy-WMOlympia-Aus für Matthias Miller

Tatjana Pokorny

 · 16.05.2012

Finn-Dinghy-WM: Olympia-Aus für Matthias MillerFoto: @OnEdition

Vor Falmouth ist Matthias Millers Olympiatraum geplatzt. Ben Ainslie dagegen steht vor der erneuten Besteigung seines WM-Throns

Er hat alles gegeben, aber es hat nicht ganz gereicht: Matthias Millers Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen in diesem Sommer ist geplatzt. Vor Falmouth in Großbritannien liegt der 30-jährige Laupheimer einen Tag vor Ende der Finn-Dinghy-Weltmeisterschaft auf Rang 20. Obwohl er damit eines der letzten sechs Olympiatickets ersegelt hat, wird er die nationale Qualifikationshürde nicht nehmen können. Um die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) festgelegten Kriterien zur Nominierung für die Olympischen Spiele zu erfüllen, hätte Miller unter die Top-Ten-Nationen segeln müssen.

  Gekentert wie so viele an diesem Tag: Matthias MillerFoto: @OnEdition
Gekentert wie so viele an diesem Tag: Matthias Miller

Für Miller ist das Aus doppelt bitter, denn er hatte die vergangenen Monate seiner Olympiakampagne weitgehend selbst finanziert, um seine letzte Chance bei der Weltmeisterschaft zu wahren. „Natürlich bin ich sehr enttäuscht“, sagte Miller, „aber ich werde dem Finn olympisch treu bleiben und es voraussichtlich in vier Jahren noch einmal probieren. Jetzt freue ich mich erst einmal auf die Kieler Woche!“

Bei der WM in England herrschten in den vergangenen Tagen extreme Bedingungen. So hatte die Flotte der 94 Teilnehmer am Donnerstag drei Wettfahrten in hohen Wellen und Winden um 22, in Böen sogar bis 30 Knoten zu absolvieren. Kenterungen in Serie prägten das Bild. So hatte auch Miller sich vor dem Wind unter dem Motto „Safety first“ immer wieder etwas zurückgehalten, war aber auch einmal gekentert.

  Weltmeister und Olympiafavorit: Ben AinslieFoto: onEdition
Weltmeister und Olympiafavorit: Ben Ainslie

Nicht so Großbritanniens Segelsuperstar und Olympiafavorit Ben Ainslie, der seine Konkurrenz einmal mehr mit einer fast makellosen Bilanz schockierte. Von neun Wettfahrten bis Donnerstagabend gewann er sieben. Zweimal belegte er "nur" Platz drei. In das abschließende Medaillenrennen am Freitag startet „Big Ben“ mit 20 Punkten Vorsprung vor seinem zweitplatzierten Landsmann Ed Wright und ist nur noch im Falle einer Disqualifikation von seinem sechsten WM-Triumph abzuhalten.

Mit seiner Leistungsschau hat Ben Ainslie den bei der Weltmeisterschaft 2011 im Dezember vor Perth erlittenen Rückschlag wieder ausgeglichen. Damals war er wegen einer spontanen Protestaktion auf dem Wasser und Entern eines Pressebootes von der Jury hart bestraft worden und hatte in der Folge den schon sicher ins Visier genommenen WM-Titel verloren. Nun steht der König der Olympiasegler pünktlich vor der olympischen Regatta im Heimatrevier vor Weymouth erneut vor der Besteigung seines Throns. Ainslies Kommentar: „Was für ein Mammuttag! Drei Rennen in 25 bis 30 Knoten und sehr hohe Wellen. Ich bin nicht sicher, ob ich am Samstagmorgen die 200 Meter mit dem olympischen Feuer in Händen schaffen werde …“

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