470er-Mixed-WMComeback für das Segel- und Ehepaar Winkel, Dämpfer für Diesch/Markfort

Tatjana Pokorny

 · 29.02.2024

Malte und Anastasiya Winkel waren an WM-Tag 3 mit einem Rennsieg und Rang 7 beste deutsche Crew
Foto: Bernardí Bibiloni/470 Int. Class
Die 470er-Mixed-WM bleibt zur Halbzeit spannend. Die Top-Crews vom German Sailing Team ringen um Konstanz. Nach zwei herausragend bestrittenen Qualifikationstagen mussten Simon Diesch und Anna Markfort zum Auftakt der Hauptrunde Rückschläge einstecken. Steil aufwärts dagegen ging es für Malte und Anastasiya Winkel

Für die 470er-Mixed-Asse im German Sailing Team wird die Weltmeisterschaft in der Bucht von Palma zur Achterbahnfahrt. Während Simon Diesch und Anna Markfort (Württembergischer Yacht-Club/Verein Seglerhaus am Wannsee) nach zwei Qualifikationstagen mit Spitzenergebnissen am Donnerstag mit den Rängen 26 und 22 gleich zwei Dämpfer zu verdauen hatten, konnten sich Malte und Anastasiya Winkel (Schweriner Yacht-Club/Norddeutscher Regatta Verein) aus den Niederungen des Klassements befreien.

Mit Kampfgeist in die zweite WM-Halbzeit

Mit einem Wettfahrtsieg und Rang sieben stiegen die Winkels nach der zuvor nur knapp gelungenen Qualifikation für die Goldflotte stark in die Hauptrunde ein. Das Ehe- und Segelpaar katapultierte sich damit zur WM-Halbzeit von Platz 30 auf Platz 16. Steuermann Malte Winkel sagte: “Wir sind nicht in die WM gestartet, wie wir uns das gewünscht hatten. Wir haben uns am ersten Tag sehr schwergetan, obwohl wir gute Starts hatten. Aber wir sind einfach nicht in den Rhythmus gekommen. Wir lagen also ziemlich weit hinten im Klassement.”

Weiter erzählte Malte Winkel: “Am zweiten Tag ging es dann eher darum, eine Reihe von soliden Rennen zu fahren, was normalerweise ziemlich ungewöhnlich für uns ist. Aber ja, das haben wir auf jeden Fall geschafft. Wir sind also heute als 30. und Vorletzte der Goldflotte in die Hauptrunde gestartet. Und dann hat es angefangen, richtig gut zu laufen. Damit sind wir also auf dem Weg dahin, wo wir gern sein möchten. Wir hoffen einfach, dass wir in den nächsten Tagen so weitermachen können.” Lächelnd fügte Anastasiya Winkel hinzu: “Wir möchten nicht mehr schlechter werden, die Form beibehalten. Der Weg geht nur nach oben!”

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Einen Platz vor den Winkels lagen Theresa Löffler und Christopher Hoerr (Deutscher Touring Yacht-Club/Segelclub Breitbrunn Chiemsee) nach insgesamt sieben Rennen am Donnerstagabend auf Platz 15. Theres Dahnke und Matti Cipra (Plauer Wassersportverein) blieben als 19. ebenfalls in den Top-20. Zurückgefallen sind dagegen die 2022er-Weltmeister Luise Wanser und Philipp Autenrieth. Die Steuerfrau vom Norddeutschen Regatta Verein und ihr Vorschoter vom Bayerischen Yacht-Club haben noch nicht zu ihrer Gold-Form gefunden, konnten bislang erst ein einstelliges Rennergebnis einfahren und lagen nach der ersten WM-Hälfte auf Platz 24.

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Die besten Österreicher in den Top Ten

Die Österreicher Lara Vadlau und Lukas Mähr waren am Donnerstag als Zehnte in die Goldflotte der besten 31 Boote gestartet. Beide Rennen wurden pünktlich, aber in leichteren Winden als an den Vortagen ausgetragen. Das rot-weiß-rote Team musste zunächst mit Platz 16 sein bislang schwächstes Einzelresultat bei diesen Titelkämpfen hinnehmen. Im zweiten Rennen der Top-Gruppe holte das routinierte Mixed-Duo Rang acht. Im Gesamtklassement machten die WM-Vierten von 2023 damit einen Platz gut und rangieren auf Platz neun.

Am ersten Tag in der Goldfleet segeln alle sprichwörtlich mit dem Messer zwischen den Zähnen” (Lara Vadlau)


Lara Vadlau berichtete: „Es war auch heute brutal schwierig. Am ersten Tag in der Goldfleet segeln alle sprichwörtlich mit dem Messer zwischen den Zähnen. Es ist extrem, du darfst keinen Millimeter Platz lassen, sonst wirst du durchgereicht. Das Niveau der Konkurrenz ist unglaublich hoch. Die erste Wettfahrt ist uns nicht ganz aufgegangen, da haben wir schon am Start entscheidende Meter liegen gelassen. Das zweite Race war dann schon besser, da haben wir gut eröffnet und konnten etwas mehr gestalten. Bislang haben wir unsere Stärken noch nicht ganz ausspielen können – das wollen wir in den nächsten Tagen ändern. Wir bleiben dran und werden alles unternehmen, in den ausstehenden Rennen nachzulegen.“

Das Ziel verfolgen auch die deutschen Crews, für die es bei der WM nicht nur um Top-Platzierungen, sondern auch wichtige Punkte für die nationale Ausscheidung im Kampf um nur eine Olympia-Fahrkarte für die 470er-Mixed-Asse des German Sailing Teams geht. Die Hauptrunde wird am Freitag fortgesetzt. Bis Samstag sind in der Goldflotte noch vier Rennen – zwei pro Tag – angesetzt. Die besten zehn Crews der Hauptrunde bestreiten das Medaillenfinale am Sonntag.

Der Rückblick auf den Abschluss der Qualifikation am Mittwoch – die Höhepunkte von Tag 2 nachgereicht:

Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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