Mini-TransatNeue Gesichter – Nachwuchs für die nächste Generation

Tatjana Pokorny

 · 21.01.2026

Tom Wehde repräsentiert die nächste Generation in Lennart Burkes und Melwin Finks Team Next Generation Sailing.
Foto: tati
​Auf der boot Düsseldorf sind die Mini-Segler los. Die nächste Generation stellt sich und ihre Projekte am eigenen Stand der „Shorthanded Offshore Community“ vor. Vom 14-jährigen Meeresstürmer Konstantin Kurzeja bis zu den Vorreitern Lennart Burke und Melwin Fink: Alle eint die Passion fürs Offshore-Segeln.

Das Mini-Segeln steht auf der boot Düsseldorf in diesem Jahr so hoch im Kurs wie nie zuvor, wird von bereits erfolgreichen Mini-Transat-Absolventen ebenso beflügelt wie vom ambitionierten Nachwuchs. Die nächste Generation wirbt auf der Messe sehr aktiv für ihre Pläne und Projekte.

Bereits bekannt sind in der engagierten Gruppe der Shorthanded Offshore Community die Mini-Transat-Absolventen Hendrik Lenz und Victor David, die das Rennen der kleinen Boote über den Großen Teich 2025 bestritten. Mit Jannes Llull, Alisa Klauenberg, Sebastian Mainz, Carla Hénon-Steck und dem erst 14 Jahre alten Konstantin Kurzeja sind nun weitere potenzielle Nachfolger für die 2021er-Teilnehmer Lennart Burke und Melwin Fink in Sicht, die mit ihren Mini-Transat-Starts 2021 ins Rampenlicht segelten.

Sailing, Boating, Yachting: Team Next Generation wächst

Inzwischen sind Burke und Fink unter den Teamnamen Next Generation Sailing, Next Generation Boating und nun auch unter Next Generation Yachting für ihre neue norddeutsche Niederlassung in Kooperation mit Partner Rasmus Töpsch bekannt. Unter diesem Namen firmiert ihr Team beim Aufbau des zweiten Werft- und Refit-Standorts in Kiel. Die große Halle ist am Groß Hasselrod 7 beim Kieler Flugplatz in Holtenau, unweit der großen Werftanlagen in Friederichsort an der Innenförde beheimatet.

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„Wir haben auf jeden Fall ein gutes Netzwerk dort und viel Potenzial mit Pure Yachts an der Kaimauer, mit Rademacher, die sich da einen super Ruf aufgegebaut haben. Und wir haben jetzt eine sehr große, voll überkranten Halle, die viele Möglichkeiten bietet“, beschreibt Lennart Burke den Aufbruch am zweiten Standort neben dem Hamburger Hauptquartier Next Generation Boating.

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Auf der boot haben Burke und Fink in Halle 15 ihren eigenen Next-Generation-Stand gleich neben der Bühne im Sailing Center, präsentieren dort ihre Projekte in der Class40, in der Mini-Klasse mit der ausgestellten Vector 6.50 „Ikigai“ und die gewachsenen Werft-Aktivitäten. Noch lieber würde das Duo gerade im Südpazifik um ein erneut starkes Etappenergebnis im Globe40 kämpfen, doch das wurde nach dem Bumerang-Bruch und der Aufgabe von Etappe drei nach Sydney drei unmöglich.

Next Generation: der Traum vom eigenen Boot für das Globe40 2028

Nun wollen sie nach der bevorstehenden Reparatur auf La Réunion und der Überführung durch Melwin Fink und Crew via Kapstadt nach Recife noch die letzte Etappe segeln und das Rennen ab 29. März bis Mitte April im Ziel in Lorient auf der sechsten und letzten Etappe würdig zu Ende bringen. „Wir wollen nochmal angreifen und die Konkurrenz fordern“, sagte Lennart Burke in Düsseldorf. Dabei blickte er auch schon in die Ferne: „Wir würden gerne die offene Rechnung begleichen und noch einmal das Globe40 segeln. 2028 wäre der Start. Unser Traum wäre, ein eigenes Boot zu bauen.“

Aktuell nutzen Burke und Fink die unfreiwillig bescherte Zeit an Land für den weiteren Aufbau ihres Werftgeschäfts. Sie treiben ihre Projekte voran und stellen noch bis zum kommenden Wochenende ihr Engagement auf der boot Düsseldorf in Halle 15, Stand G04 vor. Bei ihnen ist auch der Mini-Transat-Aspirant des eigenen Teams: “Werksfahrer” Tom Wehde. Er zeigt am Stand von Next Generation mit „Ikigai“ den Mini 1124 vor, mit dem er 2027 am Mini-Transat teilnehmen will.

Auf der anderen Seite der Halle 15 findet sich der Stand A03 vom Nachwuchs für die nächste Generation. Hier haben sich angehende junge Miniisten und die schon im jüngsten Mini-Transat 2025 erprobten Hendrik Lenz und Victor David zu einer Gruppe zusammengeschlossen. Junge Segler und Seglerinnen werben für ihre Projekte, Pläne und Träume. Dabei sind Jannes Llull unter dem Stichwort „Offshore Racing mit Verantwortung“, Carla Hénon-Steck („Nach groß kommt klein und jetzt allein“) und Alisa Klauenberg („Setting a New Course“), die das Mini-Transat 2027 im Visier haben. Jeder und jede von ihnen ist ein spannendes Messegespräch wert.

Ein Teenager mit XL-Plänen: erst Mini-Transat, dann Vendée Globe

Auf Kurs Mini-Transat 2029 segeln in der Gemeinschaft der nachrückenden Meeresstürmer der erst 14 Jahre alte Konstantin Kurzeja („Passion for Performance“) und Sebastian Mainz („Plötzlich Mini 650“). Sie sind die die übernächste Generation. Konstantin Kurzeja ist erst 14 Jahre alt, Mitglied im Bayerischen Yacht-Club und dort gut verdrahtet. Er segelt mit Julius Loesti erfolgreich 29er und will 2029 als jüngster Starter das Mini-Transat bestreiten.

Das Fern-, Fernziel ist, irgendwann einmal die Vendée Globe zu segeln. Das ist mein Traum, seit ich neun Jahre alt bin.“ Konstantin Kurzeja

Boris Herrmann ist das Vorbild. Die Vendée-Globe-Teilnahme des deutschen Offshore-Stars hatte den Schüler Konstantin schon in der Grundschule inspiriert. Sein Boot für das Mini-Transat hat der Achtklässler bereits, plant intensive Trainings und Regattateilnahmen bereits in diesem Jahr. Auf dem Ausbildungsplan stehen Kurse zwischen Italien und Spanien über insgesamt 2700 Seemeilen.

Konstantin Kurzeja segelt eine im Januar 2025 zu Wasser gelassene Vector 6.50. Die Familie hat das Boot bei Burke und Fink gekauft, die inzwischen auch über die Form verfügen und künftig selbst Minis bauen können. Der Junge und das Meer – Konstantin Kurzeja erzählt auf der boot wie die anderen sympathischen Repräsentanten für die nächste Generation von seiner Geschichte, dem weiter aktuellen Skiffsegeln und seinen ehrgeizigen Mini-Plänen auf der Bühne im Sailing Center noch am 22., 23. und 24. Januar, jeweils um 15 Uhr. Weitere Bühnenauftritte der Offshore-Segler sind hier zu finden.

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