Mini-TransatMini-Transat 2021: Sprint Richtung Ziel

Kristina Müller

 · 06.10.2021

Mini-Transat 2021: Sprint Richtung ZielFoto: © Vincent Olivaud

Melwin Fink führt weiterhin und kann La Palma am Donnerstag als Erster erreichen. Lennart Burke liegt im Verfolger-Feld auf Position 10

Noch 184 Seemeilen bis zum Ziel hat Melwin Fink am Mittwochvormittag, Stand 10 Uhr, vor sich. Bei einem Bootsspeed zwischen zuletzt 7 und 11 Knoten und Wind, der etwas abnehmen soll, kann der 19-Jährige die Ziellinie vor Santa Cruz de La Palma am Donnerstag als Erster erreichen. Als Wegepunkt hat er nur noch das virtuelle Gate 80 Seemeilen nördlich der Kanaren zu passieren. Madeira liegt schon achteraus.

  Das Update von Mittwoch, 6. Oktober um 10 Uhr. Melwin Fink (grün) führt, dahinter Christian Kargl (braun). Dann folgt das Feld der Verfolger mit Hugo Dhallenne und Julie Simon an der Spitze.Foto: minitransat.geovoile.com
Das Update von Mittwoch, 6. Oktober um 10 Uhr. Melwin Fink (grün) führt, dahinter Christian Kargl (braun). Dann folgt das Feld der Verfolger mit Hugo Dhallenne und Julie Simon an der Spitze.

Das Revier kennt der „Signforcom“-Skipper bereits. Seinen Solo-Qualifikationstörn über 1000 Seemeilen nonstop segelte Fink im Dezember 2019 zwischen den Kanaren und Madeira, unmittelbar nachdem er seine Pogo 3 von Hendrik Witzmann auf Gran Canaria übernommen hatte.

Auf ihn folgt nach wie vor Christian Kargl („All Hands On Deck“). Fink konnte seinen Vorsprung auf den 44-jährigen Österreicher auf etwa 140 Seemeilen ausbauen.

Aufholjagd

An der Spitze der großen Verfolgergruppe hat sich Top-Favorit Hugo Dhallenne platziert. Er hat noch gut 400 Seemeilen vor sich. Die Schiffe in der Flotte segeln in frischem Nordost-Passat dicht beieinander und können das Ziel am Wochenende erreichen, die schnellsten schon am Freitag. Lennart Burke liegt aktuell an Position 10 weit vorn im Feld, mit 475 Seemeilen bis zum Ziel.

Enormer Vorsprung

Unterdessen hat Proto-Skipperin Irina Gracheva („Path“) das Ziel erreicht. Die 37-jährige Russin querte in der Nacht auf Dienstag die Ziellinie nach 7 Tagen, 52 Stunden und 44 Sekunden. Schon 2019 ging sie an den Start, musste aber nach Mastbruch auf dem Atlantik aufgeben. Nun segelt sie einen Lombard-Proto von 2011, auf dem schon Mini-Asse wie Erwan le Mené und Gwenolet Gahinet erfolgreich waren.

Sie und die drei Proto-Skipper auf dem Podium dieser nervenaufreibenden ersten Etappe haben damit jetzt schon einen derart großen Vorsprung auf den Rest der Flotte, dass sie die vorderen Plätze der Gesamtwertung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit unter sich ausmachen werden – sofern keiner von ihnen sein Schiff auf der zweiten Etappe zerlegt oder havariert. Denn am Ende werden die Zeiten der beiden Etappen addiert.

  Irina Gracheva hat ihr Ziel vorerst erreicht. Das lautete vor dem Start: "Ankommen, und zwar so schnell wie möglich". Die 37-Jährige zählt zum erweiterten FavoritenkreisFoto: © Vincent Olivaud
Irina Gracheva hat ihr Ziel vorerst erreicht. Das lautete vor dem Start: "Ankommen, und zwar so schnell wie möglich". Die 37-Jährige zählt zum erweiterten Favoritenkreis
  Um 03:22 Uhr quert Grachevas "Path"/Nr. 800 die Linie in völliger DunkelheitFoto: © Vincent Olivaud
Um 03:22 Uhr quert Grachevas "Path"/Nr. 800 die Linie in völliger Dunkelheit

Die beiden Deutschen in der Proto-Wertung, Lina Rixgens und Marc Siewert, segeln aktuell auf Platz 20 und 24. Rixgens hat die portugiesische Küste mit zuletzt schwächerem Wind und dichtem Schiffsverkehr nahezu hinter sich und konstanteren Passatwind erreicht. Vor ihr liegen noch 590 Seemeilen – und am Donnerstag, wie schon bei ihrem ersten Mini-Transat, ein Geburtstag auf See.

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