Maxi Yacht Rolex Cup 2026Viel los in der Bomb Alley an Tag 2

Sören Gehlhaus

 · 09.09.2026

Der Arbeit Lohn: Die „Leopard 3“-Crew rotierte und ging nach nicht optimalem Start von Genua und Stagsegel auf ...
Foto: IMA / Studio Borlenghi
Beim Maxi Yacht Rolex Cup verdichtet sich das WM-Klassement. „Leopard 3“ gewinnt die zweite Mittelstrecke und liegt nach zwei Maxi-1-Wettfahrten punktgleich mit „V“ an der Spitze. „Northstar III“ bleibt unter den Grand-Prix-Boliden ungeschlagen.

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Rallye durch den La-Maddalena-Archipel

Am Dienstag musste die Wettfahrtleitung die Maxi-Flotte auf die Suche nach Wind schicken. Vor Porto Cervo drohte eine größere Flautenzone. Deshalb führten die Kurse nordwestlich um die Inseln des La-Maddalena-Archipels. Die sechs Klassen erhielten unterschiedliche Distanzen, abgestimmt auf ihre Geschwindigkeiten.

Die acht Maxi-1-Crews segelten den längsten Kurs über 34,5 Seemeilen. Die Strecke führte unter anderem um Santa Maria, Budelli und Razzoli. Im Nordwesten des Archipels nahm der Mistral bis auf etwa 15 Knoten zu. Wegen eines Winddrehers wurde die Ziellinie vor den Golf von Saline verlegt.

Damit entstand im Kanal von La Maddalena ein ungewöhnliches Bild: Teams aus allen sechs Klassen trafen nahezu gleichzeitig aufeinander. Zwischen den Inseln liefen die großen Maxis mit bunten Gennakern zusammen. Besonders dicht wurde der Verkehr im Abschnitt Bomb Alley.

„Leopard 3“ arbeitet sich an die Spitze

In der Rolex IMA Maxi 1 World Championship setzte sich „Leopard 3“ nach 34,5 Seemeilen mit 46 Sekunden Vorsprung auf „V“ durch. „Galateia“ kam weitere eine Minute und vier Sekunden später ins Ziel. Nach berechneter Zeit lagen die drei schnellsten Yachten nur 1:50 Minuten auseinander.

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Für „Leopard 3“ war es eine Rückkehr an die Spitze. Nach dem zweiten Rennen führen der Farr 100 von Joost Schuijff und „V“ von Karel Komárek die Gesamtwertung mit jeweils vier Punkten an. „Capricorno“ folgt mit fünf Punkten. „Galateia“ rangiert nach zwei Wettfahrten auf Platz vier.

„Leopard 3“ hatte den Start zunächst nicht optimal erwischt. Die Crew arbeitete sich jedoch Abschnitt für Abschnitt zurück. Auf Amwindkursen konnte der massiv modifizierte Offshore-Renner den Anschluss halten, auf den Reach-Kursen war sie laut Taktiker Chris Nicholson etwas schneller. Der Grund für das wiederholte Gutmachen einiger Bootslängen: Die Vorschiff-Crew schlug unterschiedlichste Segelkonfigurationen an und ging von Genua und Stagsegel auf Masthead Zero zu Jibtop und wieder zurück zu Genua und Stagsegel.

„Northstar III“ weiter ohne Niederlage

Im Rolex IMA Maxi Grand Prix setzte „Northstar III“-Crew um Eignersteuermann Peter Dubens ihre Serie fort. Die neue, 76 Fuß lange Judel/Vrolijk-Konstruktion gewann auch die dritte Wettfahrt. Auf dem Wasser lag sie 7:10 Minuten vor „Jolt“, nach berechneter Zeit betrug der Vorsprung 3:48 Minuten.

„Northstar III“ führt die Gesamtwertung damit mit drei Punkten an. „Jolt“ und Bella Mente folgen punktgleich mit elf Zählern. Für die deutliche Geschwindigkeit der neuen Yacht spielt auch ihr IRC-Wert eine Rolle: Der TCC beträgt 1.681 und liegt damit nah an den Werten der größeren Maxi-1-Yachten. „Northstar III“-Navigator Miles ​Seddon konzipierte einen Großteil der elektronischen Systeme auf dem neuen Boot, darunter ein LiDAR-System für die Laservermessung der Segel in Echtzeit und 3D – die neueste Technologie im Bereich des Segeltrimms.

​Seddon kommentierte: „Es war wunderschön – und eine wirklich kluge Entscheidung, an der Spitze [von La Maddalena] auf glattem Wasser zu segeln, um in die aufkommende Brise zu gelangen, wo wir 14 bis 16 Knoten gemessen haben. Dann versuchten wir uns vorsichtig vorzuarbeiten, Strömung zu umgehen und Winddreher vor den Landzungen zu finden. Zurück beschäftigte uns vor allem Rock Management. Aber bei 16 bis 19 Knoten geht alles Schlag auf Schlag …“

Enge Entscheidungen beim Maxi Yacht Cup

In Maxi 3 gewann „Twin Soul B“ vor „Astra I“ und „Manticore“. Die Mylius 80 FD rückte mit dem italienischen America’s-Cup-Steuermann Francesco Bruni an die Spitze der vorläufigen Gesamtwertung vor. In der Maxi-4-Gruppe setzte sich „Fra Diavolo“ zum zweiten Mal durch, während „H2O“ auch in der Maxi 5 ihren zweiten Tagessieg holte.

Die knappste Entscheidung des Tages gab es bei den sechs Multihulls. „Highland Fling XVIII“ schlug „Allegra“ nach berechneter Zeit um lediglich 36 Sekunden. „Sophia“, ein 63-Fuß-Tri, kam auf Platz drei. In der Gesamtwertung liegen die drei Boote nach zwei Wettfahrten mit jeweils vier Punkten gleichauf. Der Gunboat 72 „Layla“ wurde nach vielversprechendem Start am Ende auf Rang fünf gelistet.

Ruhetag vor nächster Chance auf Wind

Der für Donnerstag geplante Ruhetag wurde wegen der Wetterprognose vorgezogen. Am Mittwoch, 9. September 2026, findet deshalb keine Wettfahrt statt. Die Rennen werden am Donnerstag, 10. September, um 12 Uhr MESZ fortgesetzt.

Für die Maxi-1-Klasse könnte der nächste Renntag richtungsweisend werden. „Leopard 3“ und „V“ liegen punktgleich vorn, „Capricorno“ bleibt mit nur einem Punkt Rückstand in Reichweite. Im Maxi Grand Prix spricht die bisherige Bilanz dagegen klar für „Northstar III“. Drei Siege aus drei Wettfahrten bedeuten einen komfortablen Vorsprung.

Buchtipps

Der Titel von Malte Philipp behandelt die Vorbereitung, Durchführung und Analyse von Wettfahrten. Dazu gehören taktische Grundlagen, strategische Entscheidungen und die Einordnung von Windverhältnissen.

Ivar Dedekams Buch erklärt den Trimm von Vorsegeln, Großsegeln, Spinnakern, Gennakern und Rigg. Der Titel bietet Lesern einen praktischen Zugang zu den technischen Entscheidungen, die bei wechselnden Windwinkeln und zunehmender Geschwindigkeit über die Leistung einer Yacht entscheiden.

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Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

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