Das Bild der Kieler Woche ohne Wind war am 27. Juni in Schilksee etwas traurig: schlaffe Segel, wartende Boote, Segler im Schatten. Für reguläre Wettfahrten reichte die Brise nicht aus. Um 14.12 Uhr sagte der oberste Wettfahrtleiter Fabian Bach das komplette Tagesprogramm ab.
Meteorologe Sebastian Wache von der Kieler Wetterwelt stand am vorletzten Regattatag besonders im Fokus. Die Rekordhitze hatte mit Temperaturen von rund 35 Grad auch Schilksee erreicht, die erhoffte thermische Seebrise aber nicht ausgelöst. Ursache seien teils Wolken einer ersten Störung gewesen, die das Land abdeckten, außerdem seien die Luftdruckgegensätze zu gering geblieben.
Für den Sonnabend sah er keine Aussicht auf konstanten Segelwind. Damit war früh klar, dass ein reguläres Regattaprogramm kaum durchzubringen sein würde.
Die einzige Wettfahrt, die überhaupt noch lief, war das Silberne Band. Das Langstreckenrennen der seegehenden Yachten war bereits am Freitagabend in der Strander Bucht gestartet und sollte ursprünglich über 135 Seemeilen links herum um die dänische Insel Langeland führen. Nach Angaben des obersten Wettfahrtleiters Eckart Reinke segelte das Feld zunächst bei guten Bedingungen und Geschwindigkeiten von bis zu 15 Knoten in den Großen Belt.
Kaum war die Nordspitze passiert, änderte sich das Bild jedoch. Die Brise schlief nach und nach ein, zugleich lief die zuvor helfende Strömung den Yachten entgegen. An der Spitze schob sich das Feld wieder zusammen, mehrere Boote standen nahezu still. Einige Crews ankerten sogar, um nicht rückwärts zu treiben.
Daraufhin verkürzte die Wettfahrtleitung das Rennen und legte das Ziel an einen Wegpunkt vor der Insel Avernakø. Am frühen Sonnabendnachmittag war dort noch kein Teilnehmer in Sicht. Aus dem Wettfahrtteam meldete Uli Münker: „Hier ist totale Flaute.“ Das Zeitlimit sollte um 21 Uhr enden, die Siegerehrung wurde bereits auf Sonntagvormittag verschoben.
Die Flaute prägte nicht nur die Regatten. Auch bei der traditionellen Windjammerparade auf der Kieler Förde fehlte der Druck in den Segeln. Das Führungsschiff „Thor Heyerdahl“ setzte wie die meisten anderen Teilnehmer zwar Segel, musste den Weg am Leuchtturm Friedrichsort vorbei auf die Außenförde aber unter Maschinenkraft zurücklegen.
Für die vielen Zuschauer an Land blieb die Parade dennoch ein Höhepunkt. Sportlich war der vorletzte Regattatag der Kieler Woche dagegen ein Tag ohne Entscheidung auf den Bahnen.

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