Die Macher der Kieler Woche haben auf Kritik zu Abläufen, Kommunikation und Problemen mit Startschiffen im vergangenen Jahr reagiert. Eine noch während der 131. Kieler Woche durchgeführte Feedback-Aktion hatte den Veranstaltern Hunderte Antwortbögen gebracht. In mehreren Nachbereitungsrunden wurden die Eindrücke der Aktiven sowie negative und positive Kritik ausgewertet und bereits in konkrete Maßnahmen für die 132. Kieler Woche vom 20. bis 28. Juni umgesetzt.
Kieler-Woche-Organisationsleiter Dirk Ramhorst erklärte: „Dieser Prozess wird bis zum ersten Startschuss und darüber hinaus fortgesetzt, denn der hohe Anspruch der Seglerinnen und Segler ist nicht nur berechtigt, sondern auch unser Anspruch.“ Das Feedback der Aktiven soll sowohl beim Sport auf dem Wasser als auch an Land berücksichtigt werden. Etliche Veränderungen fließen dabei laut den Veranstaltern schon in die Vorbereitungen ein. Die Orientierung für die Wettkämpfe erfolge dabei “konsequent anhand der Vorgaben des Weltsegelverbands World Sailing”.
Über den Austausch von Knowhow unter den weltweit führenden Veranstaltern hinaus sollen “international renommierte Kenner der unterschiedlichen Klassenanforderungen” als sogenannte “Course Representatives” auf allen Bahnen Impulse bei der Kurssetzung, in der Ablaufqualität und im gesamten Regattamanagement geben.
Auch auf den Unmut über sich insbesondere bei den Seeseglern im vergangenen Jahr wiederholende Probleme mit den Startschiffen und ihrer Verankerung sowie in der Folge ausgefallene Rennen haben die Organisatoren reagiert. „Unter anderem soll eine gezielte Auswahl der Startschiffe mit optimiertem Ankergeschirr den hohen Eventstandard auch an Starkwindtagen sichern und ärgerliche Verzögerungen oder Rennausfälle vermeiden“, erklärte mit Fabian Bach der oberste Wettfahrtleiter für die Inshore-Bahnen.
Auf der Seebahn soll ein anderes Startschiff als bislang mit längerer Ankerkette zum Einsatz kommen. Auch sollen die Startgruppen zur Aalregatta komprimiert werden: Die letzten Boote starten keine zwei Stunden nach den ersten in die Wettfahrt nach Eckernförde. Dort werden die letzten Yachten in diesem Jahr eher ins Ziel kommen, weil die langsameren Gruppen das Rennen eröffnen. Zusätzlich stehen die Wettfahrtleiter bei den Tagessiegerehrungen zum Feedbackgespräch bereit. Eine Seeseglerparty nur für Aktive ist für den Kieler-Woche-Dienstag geplant.
Auch abseits der Regattabahnen sollen Seglerinnen und Segler im Mittelpunkt. Ihnen bleibt nach den Wettfahrten die Sailors Lounge als exklusive Chill-out-Area mit kostengünstigeren Snacks und Drinks vorbehalten. Ebenfalls für die Aktiven optimiert: Zu den Hauptzeiten des Slippens vor dem Aus- und Einlaufen in den Hafen wird die Promenade vor den Rampen für das Publikum gesperrt, um niemanden zu gefährden und zügige Abläufe zu ermöglichen. Mit einem neuem Automobilpartner ist die Wiederaufnahme des Trailer-Shuttles aufs Hafenvorfeld geplant. Segel- und Bootsreparatur-Services vor Ort unterstützen die Kieler-Woche-Teilnehmer.
Schon im Vorfeld der Kieler Woche wollen die Veranstalter mit Klarheit punkten. So soll die Veröffentlichung der Segelanweisungen mit verständlicheren und eindeutigen Formulierungen vor allem für das Seesegeln frühzeitig erfolgen. Dafür ist auch eine deutlichere Trennung der drei Bereiche geplant: der olympischen Disziplinen, der internationalen Klassen und der Seesegelrennen. Das Portal Manage2Sail wurde dem Nutzerverhalten entsprechend auf Mobil-First umgestellt.
Was gut ist, das bleibt: die Sailing Arena im Herzen des Olympiazentrums Kiel-Schilksee. Fans, Schaulustige, Familien und Freunde können die Regatta-Action via KielerWoche.TV bei den Rennen des Tages ausgewählter Klassen via Großbildleinwand live erleben. Die Übertragungen der Wettfahrten können zudem per GPS-Tracker im Internet verfolgt werden. Etliche Segelstars der olympischen Klassen hatten ein solches Angebot zuletzt bei den ersten beiden Großevents der Saison in in Spanien und Frankreich vermisst.
Für die Kieler Woche ist Live-Berichterstattung an den ersten fünf Tagen geplant. Dank neuer Übertragungstechnik kann KielerWoche.TV nun von fast allen Bahnen in der Kieler Bucht senden. Dadurch kann laut Veranstaltern die bislang notwendige Rotation der ausgewählten Klasse auf die Medienbahn Hotel voraussichtlich weitgehend entfallen. In der zweiten internationalen Halbzeit der Kieler Woche soll ein Mix aus TV-Highlights, Social-Media-Inhalten und Live-Acts das Bühnenprogramm weiter spannend machen. Mit einem noch stärkeren, abwechslungsreichen Auftritt in den sozialen Netzwerken will die Kieler Woche einem weiteren Teilnehmerwunsch gerecht werden.
Wer selbst auf Social-Media-Kanälen aktiv sein möchte, kann dafür auf eine Galerie mit Actionfotos und Stimmungsmotiven zurückgreifen. Diese Motive werden über die regattaspezifische Website unter sailing.kieler-woche.de bereitgestellt, die schon seit einigen Monaten online ist. In punkto Kommunikation mit den Aktiven setzen die Organisatoren auf schnelle, zielgerichtete Wege über eine Kieler Woche-WebApp, die auf die einzelnen Bootsklassen zugeschnitten wird. Dazu gibt es WhatsApp-Broadcast-Channel, auf denen Intentionen und Entscheidungen der Wettfahrtleitungen, Wetter- und Windinfos, Protestzeiten und mehr übermittelt werden sollen.
Klassisch bleibt auch der Auftaklt zur Kieler Woche: Eröffnet wird sie mit der Aalregatta am ersten Samstagvormittag aus der Inneförde nach Eckerförde. Mittags startet nach der Eröffnung der olympische Teil im Zeichen des Sailing Grand Slams. Wo die Aktiven in der Rangliste des Sailing Grand Slams vor der Kieler Woche stehen, kann hier nachgeschaut werden. Während die Entscheidungen am Mittwoch (24. Juni) in den Medaillenrennen fallen, starten schon die Flying Dutchman (FD) mit mehr als 70 Booten in ihre Weltmeisterschaft. Einen Tag später startet der 29er-Eurocup als Generalprobe für die WM, die kurz nach der Kieler Woche im selben Revier ausgetragen wird.
Zusammen bileden Aalregatta zum Auftakt und die Kiel-Cup-Wettfahrten die IDM Seesegeln Inshore, kurz: Viking Challenge. Auch um den deutschen meistertitel geht es für Zweihand-Crews bei der Kombination aus Silbernem Band und Senatspreis, bevor im Finale der internationalen Klassen am zweiten Wochenende die Kieler-Woche-Titel vergeben werden.

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