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Wenn zur 132. Kieler Woche die Stadt feiert, segeln draußen auf der Förde auch die großen Yachten um Pokale, Titel und Prestige. Die Seesegler sind während der gesamten Woche im Einsatz, mit der Aalregatta zum Auftakt, dem Silbernen Band, Zweihandprüfungen und der IDM „Inshore“, der Viking Challenge. Einer, der dieses Kapitel der Kieler Woche besonders gut kennt, ist Max Gurgel.
Der 40 Jahre alte Hamburger lebt seit 18 Jahren liebend gerne in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt. „Kiel ist meine Wahlheimat. Ich mag die Nähe zum Wasser. Als Segler lebt man hier am Puls der Zeit mit ultraviel Infrastruktur“, sagt der ehemalige Top-Matchracer, der zu den vielseitigsten Allroundern im deutschen Segelsport zählt. In Kiel hat sich Max Gurgel 2016 mit seinem Unternehmen VmaxYachting selbstständig gemacht. Der Name steht für schnelles Segeln. Gurgel widmet sich der Optimierung von Yachten, berät, coacht und segelt für leistungsstarke Seesegelteams.
Als mehrfacher Deutscher, Europa- und Vizeweltmeister startet er bei der Kieler Woche 2026 im Team der IDM-Co-Favoritin „eXciteR“ von Jens Kuphal aus Berlin. Zu den stärksten Konkurrentinnen zählt die XR-41-Klassenschwester „Dixi 5“.
Mit dem Fahrrad sind es für Max Gurgel 20 Minuten bis ins Olympiazentrum Kiel-Schilksee. Er weiß: „Zur Kieler Woche ist die Stadt im Ausnahmezustand. Das habe ich in Uni-Zeiten schon erlebt, wenn bei den Vorlesungen gähnende Leere herrschte.” Bis heute findet es der Mann mit Masterabschluss in Physik „crazy“, „dass viele der Besucher an der Partymeile gar nicht wissen, dass die Kieler Woche im Kern ein Segel-Event ist“.
Gurgel hat 2002 seine erste Kieler Woche noch im Jugendboot 420er bestritten. Später war er auch in anderen Disziplinen wie den olympischen Jollen 470er und 49er oder in internationalen Klassen auf der Förde im Einsatz. Inzwischen ist er seit Jahren als Big-Boat-Segler dabei. Zwischendurch hat er auch als Schiedsrichter hospitiert, das Konzept „Hart, aber fair“ miterlebt und 2012 seinen ersten Meistertitel mit „Rubix“ gewonnen. Weitere folgten mit der Salona 37 RK „Salconia“, mit der GP 42 „X-Day“ und 2025 auch schon mit der damals neuen XR 41 „eXciteR“. Neben Eigner und Steuermann Kuphal sind Starboot-Weltmeister Robert Stanjek, Weltumseglerin Annie Lush und Doppel-Olympiasiegerin Sarah Ayton, Gurgel selbst als Großschottrimmer und mehr starke Kräfte auf der „eXciteR“ im Einsatz.
Für Max Gurgel machen die aus aller Welt anreisenden Segler „das besondere Kieler-Woche-Flair“ aus. Mit einer heiteren Anekdote beschreibt er einen der Unterschiede zwischen der olympischen und der internationalen Hälfte: „Ich habe früher viel auf dem Zeltplatz neben dem Olympiazentrum gecampt.”
Im olympischen Teil ist es dort abends ab 21 Uhr mucksmäuschenstill. Im internationalen Teil kriegst du da eher wenig Schlaf.“
Gurgel mag die Vielfalt der Kieler Woche: „Als Dickschiffsegler geht es für uns beim Rausfahren an allen vorbei. Die Vielfalt ist beeindruckend! Das gesamte sportliche Spektrum ist vertreten. Wenn wir dann von ganz draußen von der Bahn Alpha reinmotoren, müssen wir riesige Umwege fahren, um die anderen Segler nicht zu stören. Man sieht, wie gefightet wird. Das ist toll!“
Das Kieler-Woche-Revier beschreibt Gurgel als „sehr wechselhaft“: „Es gibt doch häufig viel Wind und auch mal Regen. Dann wieder schwachwindige Tage. Und in der Kieler Bucht auch ein bisschen Strömung. Den Seglern wird alles geboten: bei Ostwind schöne Welle, bei Westwind eher glattes Wasser.“ Gurgels Fan-Tipp: „Auf jeden Fall nach Schilksee kommen und die Atmosphäre inhalieren! Auf der großen Leinwand kann man sich die Rennen der TV-Bahn live anschauen. Oder von Strande aus in Richtung Bülck wandern und einige Bahnen sehen. Nicht vergessen: Fernglas einpacken!“
Max Gurgel steht für das Seesegeln der Kieler Woche. Die Big Boats sind während der gesamten Woche im Einsatz. Zu ihrem Programm gehören Klassiker wie die Aalregatta, das Silberne Band, Zweihandprüfungen und die IDM „Inshore“, die Viking Challenge.

Freie Reporterin Sport
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