YACHT
· 26.04.2024
Die Veranstalter rund um den Kieler Yacht-Club (KYC) erwarten vom 22. bis 30. Juni in acht olympischen Disziplinen elf internationale Bootsklassen und zum Seesegeln Aktive aus rund 50 Nationen. Insbesondere im Ilca 7 wird internationales Top-Niveau erwartet. Philipp Buhl hofft auf eine gelungene Olympia-Generalprobe, bei der er sich gegen Größen wie den amtierenden Olympiasieger Matt Wearn oder den Norweger Hermann Tomasgaard beweisen will.
Auf den Inshore-Bahnen sind insgesamt schon über 650 Teilnehmer registriert, auf den Seebahnen stehen ebenfalls knapp 150 Starter auf der Liste. Bis kommenden Dienstag kann man noch zu vergünstigten Bedingungen melden, dann steigt das Meldegeld stufenweise an.
„Die meisten deutschen Segelolympioniken haben ihre sportliche Heimat aus gutem Grund in Kiel. Die Trainingsbedingungen sind optimal. Zusätzlich bietet die Kieler Woche einen Topwettkampf und Saisonhöhepunkt vor der Haustür“, stellte Organisationsleiter Dirk Ramhorst die Bedeutung der Regattawoche zusätzlich heraus. Die Hoffnungsträger in den Nachwuchskadern des Deutschen Segler-Verbands (DSV) bereiten sich jetzt schon aufs Ziel Olympia 2028 vor und werden mit starker internationaler Konkurrenz an den Startlinien der kommenden Kieler Woche erwartet. Besonders groß dürfte der Andrang wieder in den internationalen Klassen Ilca 6, offen für Frauen und Männer, sowie 29er mit dem Europacup der Zweiercrews sein.
Darüber hinaus wolle die Kieler Woche weiter das olympische Segelprogramm widerspiegeln, um dem Anspruch als Zielwettkampf des Spitzensports gerecht zu bleiben, so Ramhorst. Dazu gehöre in diesem Jahr erneut das iQ-Foilsurfen für Frauen und Männer in getrennter Wertung. Ab 2025 wollen die Organisatoren dann auch die Kitefoilszene für die Kieler Woche begeistern. Ramhorst: „Wir horchen mit intensivem Kundenmanagement direkt in die Klassen und nationalen Segelverbände hinein, um Wünschen und Bedürfnissen gerecht zu werden.“
Um die Akquise der Topathletinnen und -athleten aus dem In- und Ausland kümmert sich deshalb ab sofort Lena Erdil. Die zweimalige Surfweltmeisterin und Kieler-Woche-Siegerin 2021 und 22 auf dem iQ-Foil rührt seit Jahresbeginn die Werbetrommel für die Kieler Woche. Die Kielerin arbeitet fest im Team von Point of Sailing, der Vermarktungs- und Eventagentur des Kieler Yacht-Clubs. Die 34-Jährige wird authentisch aus der Szene heraus ihre Kontakte zu internationalen Aktiven nutzen, „um noch viel bekannter zu machen, wie hochprofessionell die Regatta organisiert wird mit perfekten Rahmenbedingungen an Land und auf dem Wasser“, was sie selbst erfahren habe und weitergeben wolle. Vor allem in den jungen Foildisziplinen Kiten und Surfen seien die Kieler Trümpfe noch nicht ausgespielt.
In einem besonderen Blickpunkt der internationalen Bootsklassen wird dieses Jahr die 2.4mR stehen. Im ehemals paralympischen, stets auch offen inklusiv solo gesegelten Kielboot wird vom 29. Juli bis zum 3. August ebenfalls in Schilksee die offene Weltmeisterschaft ausgetragen. Die Kieler Woche gilt auch hier als Generalprobe mit voraussichtlich stattlichen Teilnehmerzahlen. „Ich erwarte alles, was Rang und Namen hat, an der Förde“, schätzt Mitfavorit Heiko Kröger, der bereits 13 Kieler Wochen gewann.
Der Ammersbeker ist auch Präsident der internationalen 2.4-mR-Klassenvereinigung und startete auf dem Kiel-Treff der boot Düsseldorf eine bemerkenswerte Aktion. Der Kiew Cruising Yacht Club aus der Ukraine hat ihn um Hilfe beim Aufbau eines Segelprojekts für Menschen mit Behinderung gebeten, in erster Linie für Kriegsopfer. „Segeln kann körperliche Rehabilitation und psychische Heilung von Traumata verbessern, bietet Betroffenen einen neuen Fokus und Ablenkung zugleich“, erklärte Heiko Kröger, „Teamarbeit fördert die soziale Reintegration und stärkt verloren gegangene Selbstbestimmung und Selbstvertrauen.“ Heiko Kröger erarbeitet mit dem Clubkommodore Gennadii Starikov ein Ausbildungskonzept und sammelt Spenden für den Kauf eines gebrauchten 2.4-mR-Boots, das im Idealfall bereits zur Kieler Woche unter dem Segelzeichen UKR an den Start gehen soll.
Auch die boot Düsseldorf hat mit Unterstützung des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) eine Spendensammlung zugunsten ukrainischer Nachwuchsseglerinnen und -segler initiiert. Es gibt eine spezielle Spendenseite auf boot.de. Hier können sich sowohl Aussteller der Messe als auch Segelclubs oder private Spender über das einfache Prozedere informieren. Zusätzlich hat der DSV ein Konto für Geldspenden eingerichtet, auf das unter dem Stichwort „Help for Ukrainian Sailing Federation“ eingezahlt werden kann. „Diese Aktion liegt mir sehr am Herzen, da es dabei um die Unterstützung von Kindern geht, die durch den Krieg brutal ihres Sports entrissen wurden und bis auf Weiteres keine Chance haben, diesen wieder auszuüben“, sagte Wolfram N. Diener, Vorsitzender der Messegeschäftsführung.