Kieler WocheBelohnung für die Geduld war Aal in Eckernförde

YACHT

 · 18.06.2023

Stillstand im Gegenstrom
Foto: Kieler Woche/christianbeeck.de
Die Crews der mehr als 200 seegehenden Yachten waren zum Auftakt der Kieler Woche am Sonnabend die einzigen, die mit viel Mühe etwas Zählbares in die Ergebnisliste brachten

Die erste Hälfte der Aalregatta, die Wettfahrt von Kiel nach Eckernförde, musste allerdings stark verkürzt werden, um zum Räucheraal zu führen. Der wird den ankommenden Crews in Eckernförde traditionell an Bord gereicht. Als Erster durfte Michael Berghorn (Kieler Yacht-Club) mit seiner Crew auf der „Halbtrocken 4.5“ die Belohnung entgegennehmen. Die Weltmeister von 2021 waren um 15.22 Uhr mit ihrer Mills 45 im Ziel angekommen, als die kleinen Yachten gerade über die Startlinie vor Schwedeneck geschickt wurden.

Statt der geplanten 30 Seemeilen blieb für das Rennen noch eine Kurslänge von 10 Seemeilen, nachdem die Wettfahrtleitung um Eckart Reinke und Ralf Paulsen den Start aus der Kieler Innenförde an den Ausgang der Eckernförder Bucht verlegt hatte. In der launischen Flaute gelang es schließlich um 13.35 Uhr, die erste von neun Startgruppen auf Kurs Eckernförde zu bringen. Während die großen Yachten aus der leichten Brise noch genug Power herauspressten, um ins Ziel zu kommen, wurde es für die kleineren Yachten in den späteren Startgruppen immer schwieriger. „Genau zu Beginn der letzten Startgruppen blieb der Wind fast komplett weg. Da Gegenströmung aus der Bucht heraus herrschte, war Stillstand“, berichtete Ralf Paulsen. Gegen 16.00 Uhr setzte aber wieder eine leichte Seebrise ein, die die Flotte in Fußgänger-Geschwindigkeit vor sich hertrieb.

Langes Warten auf die Ergebnisse

Rundum glücklich nach dem beschwerlichen Start in den Tag war Michael Berghorn, der am Nachmittag den inoffiziellen Titel als First Ship Home feiern durfte, bis zum späten Abend aber noch auf die Ergebnisse nach Vermessung wartete. „Das Rausmotoren aus der Kieler Innenförde war mühsam und quälend, aber danach kam für uns die Belohnung. Wir hatten ein sehr schönes Rennen nach Eckernförde. Der Wind nahm immer mehr zu, am Ende hatten wir neun bis zehn Knoten. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Performance, konnten bei den Halsen einige Gennaker-Manöver trainieren. Schwer zu beurteilen, was dann hinter uns passiert ist“, so Berghorn nach dem Anlegen an der Außenmole des Eckernförder Stadthafens. Das lange Warten offenbarte schließlich, dass die Swan 45 „Katima“ von Jan Opländer (Flensburger SC) zwar zwölf Minuten nach der „Halbtrocken 4.5“ im Ziel war, berechnet aber vier Minuten vor ihr an der Spitze lag. Berghorns Crew wurde Zweite.

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In der Doublehand-Wertung gewann Georg Hillebrand (Segel-Club Baltic) mit seiner J/99 „Juni98“, in der Wertung Yardstick mit Crew Dr. Gorch Stegen (Wassersport-Vereinigung Mönkeberg) mit der „Tina 4“, in der Yardstick-Doublehand-Wertung Søren Jepsen (Kieler Yacht-Club) mit der X-34 „Siouxsie“ und in der Multihull-Wertung mit nur zwei Startern Falko Bruckner (WSV Uetersen) mit dem Contour 34 SC „Shamrock“.



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