Kieler Woche 2027Sonne und Segel – Londoner Künstlerin gestaltet neues Plakat

Christian Tiedt

 · 05.09.2026

Kieler Woche 2027: Sonne und Segel – Londoner Künstlerin gestaltet neues PlakatFoto: Kieler Woche / Landeshauptstadt Kiel
Ein Stück Sonne für den Segelsommer: Der Siegerentwurf von Rejane Dal Bello für das KiWo-Plakat 2027.
Das ist der Look der Kieler Woche 2027: Plakat und Design kommen von der Rejane Dal Bello aus London. Auf die Farbe Blau wird diesmal komplett verzichtet. Dafür geht die Sonne auf.

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Beim neuen KiWo-Design dreht sich alles um Sonne: Die Londoner Grafikdesignerin Rejane Dal Bello gewann den Wettbewerb für 2027 mit einem reduzierten Motiv, das aus dem Raum um die Sonne ein Segel entstehen lässt. Es soll Wärme, Energie und Gemeinschaft ebenso ausdrücken wie Wind, Wetter und Segelsport.

Sonne, Segel, Sommer

Die Kieler Woche findet vom 19. bis 27. Juni 2027 statt. Ihr neues Erscheinungsbild setzt auf klare Formen und eine leuchtend orange Farbwirkung. Das Motiv verzichtet auf eine erzählerische Bildwelt und führt stattdessen die prägenden Elemente der Veranstaltung in einem Zeichen zusammen: Sonne und Segel, Sommerfestival und Regattabahn.

Die Jury überzeugte diese doppelte Lesart. Bewegung und Segel stehen für die internationalen Wettkämpfe auf dem Wasser. Wärme und Sonne verweisen auf Begegnungen und gemeinsames Feiern an Land. Der Entwurf bleibe dabei abstrakt, aber leicht verständlich, so die Begründung. Dal Bello setzte sich gegen 14 weitere Vorschläge durch.

Mehr als ein Plakat

Das Kieler-Woche-Design muss weit mehr können als auf einem Plakat zu funktionieren. Der Look soll über ein ganzes Jahr wiedererkennbar bleiben und sich auf Banner, Kleidung, Medaillen, Pins, Briefmarken oder Strandkörbe übertragen lassen. Seit 1974 gehört diese Vielseitigkeit verbindlich zur Wettbewerbsaufgabe.

Gerade darin liegt eine Erklärung dafür, warum die Entwürfe regelmäßig Diskussionen auslösen. Gestaltung ist Geschmackssache. Zugleich muss ein Motiv in sehr unterschiedlichen Formaten funktionieren und den Charakter einer der größten Segelveranstaltungen Europas abbilden. Die Geschichte und Bedeutung des Wettbewerbs beschreibt die YACHT im Beitrag über das ikonische Kieler-Woche-Plakat.

Internationaler Wettbewerb mit langer Tradition

Seit 1959 wird das Design in einem internationalen Einladungswettbewerb ausgewählt; schon die Einladung gilt in der Designbranche als Auszeichnung. Für 2027 entwickelten fünf Designbüros und die Muthesius Kunsthochschule ihre Vorschläge. Im Juni waren die Gestalterinnen und Gestalter an der Förde zu Gast, um die Kieler Woche auf dem Wasser und an Land zu erleben. Am 4. September 2026 entschied die Jury.

Das Gremium verbindet unterschiedliche Perspektiven: Vier Fachjurorinnen und Fachjuroren, vier Sachjurorinnen und Sachjuroren sowie eine Stimme aus der Kieler Bevölkerung bewerten die Entwürfe. Auch Kieler Gestalter haben den Wettbewerb bereits gewonnen, zuletzt im Jahr 2000.

Rejane Dal Bello führt ein Studio in London und arbeitet seit vielen Jahren in Grafikdesign und Branding. Parallel lehrt sie Typografie an der Hochschule Düsseldorf und gibt international Workshops und Vorträge. Ihre Arbeiten wurden weltweit ausgestellt und gehören zur Sammlung des Victoria and Albert Museum in London.

Alle Entwürfe im Rathaus und online

Alle 15 Wettbewerbsentwürfe sind von Montag, 7. September 2026, bis Mittwoch, 30. September 2026, im Eingangsbereich des Kieler Rathauses, Fleethörn 9, zu sehen. Geöffnet ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr. Eine Übersicht gibt auch die Designseite der Kieler Woche.

Trifft die klare, reduzierte Gestaltung für Sie den Charakter der Kieler Woche – oder erwarten Sie von ihrem Plakat mehr maritimes Detail?

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Christian Tiedt

Christian Tiedt

Ressortleiter Reise

Christian Tiedt wurde in Hamburg geboren, blieb lange aber ohne direkten Zugang zum Wassersport. Nach der Berufsausbildung bot das Studium dann endlich die Gelegenheit, auf dem Wasser aktiv zu werden – und die entsprechenden Führerscheine zu machen. Zuerst beim Fahrtensegeln und dann, mit dem Einstieg bei BOOTE im Jahr 2004, auch mit Motorbooten aller Art. Christian konnte inzwischen fast ganz Europa (und einige weiter entfernte Destinationen) auf eigenem Kiel kennenlernen und teilt seine Erlebnisse und Erfahrungen für die YACHT und BOOTE am liebsten in Törnreportagen.

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