America's CupYouth America's Cup: Philipp Buhl: "Wir haben Blut geleckt"

Tatjana Pokorny

 · 25.02.2013

Youth America's Cup: Philipp Buhl: "Wir haben Blut geleckt"Foto: G.-M. Raget/americascup.com

Das STG/NRV-Team ist für den Youth America's Cup qualifiziert. Eine Hürde aber ist noch zu nehmen: Gesucht wird eine Viertelmillion Euro

Ihre Bewährungsprobe haben sie mit Bravour bestanden: Das STG/NRV-Nachwuchsteam um Skipper Philipp Buhl und Steuermann Erik Heil hat sich neben den Mannschaften aus Neuseeland, der Schweiz, Portugal und Australien mit hervorragenden Leistungen für die Premiere des Red Bull Youth America's Cup qualifiziert. Nachdem die junge Mannschaft den zuvor niemals gesegelten Katamaran vom Typ AC 45 anfangs kaum über den Kurs bringen konnte, hat sich das deutsche Sextett während der Qualifikation derart gesteigert, dass es zum Gruppensieg reichte.

"Vor allem durch unsere auch für mich überraschend schnellen Fortschritte ist im Team nun das RBYAC-Fieber ausgebrochen. Wir haben alle enorm Blut geleckt", sagte der 23-jährige Philipp Buhl. "Mir ist aber eines sehr wichtig: Es wird immer von mir und Erik als den zentralen Figuren gesprochen. Ich will betonen, dass jeder an Bord einen ausgezeichneten Job gemacht hat. Keiner könnte ohne den anderen. Der Teamspirit könnte nicht besser sein, wir haben super zielstrebig gearbeitet." Neben den befreundeten Philipp Buhl und Erik Heil verstärken Max Kohlhoff (Vorschiff), Michael Seifarth (Floater), Max Böhme (Trimmer), David Heitzig (Runner) und Justus Schmidt (Ersatzmann) die Crew.

"Wir haben die Besten der Besten gesucht. Es war eine sehr schwere Entscheidung", hatte vor dem Votum für die fünf Qualifikanten der österreichische Doppel-Olympiasieger Roman Hagara gesagt, der gemeinsam mit seinem ehemaligen Tornado-Vorschoter Hans Peter Steinacher als Sportdirektor über den Youth America's Cup wacht. "Wir glauben, dass jedes der fünf Teams im September eine Chance hat, den Red Bull Youth America's Cup zu gewinnen." Im Finale treffen die Qualifikanten auf fünf gesetzte Teams, die sich unter den Fittichen von Cup-Verteidiger Team Oracle USA (2) und den Herausforderern aus Frankreich, Neuseeland und Schweden auf das Nachwuchs-Gipfeltreffen vorbereiten.

Gesucht: eine Viertelmillion Euro

Für die Deutschen ist nach dem Etappensieg vor dem Gipfelsturm: Wollen die jungen deutschen Segler im Finale des Youth America's Cup tatsächlich um den Sieg kämpfen, müssen sie zuvor die Sponsoren-Hürde nehmen. Gebraucht wird rund eine Viertelmillion Euro für Meldegelder und laufende Kampagnenkosten. Gesucht werden ein oder mehrere Partner, die mit ihrem Engagement das deutsche Team beflügeln und den Auftritt auf der Cup-Bühne vor San Francisco kurz vor dem 34. Duell um den America's Cup nutzen wollen.

"Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn uns das nicht gelingt", sagt STG-Gründer Arne Dost. "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir das Geld nicht finden, ist nicht sehr hoch. Nach dem Auftakterfolg unserer Mannschaft glauben wir mehr denn je an dieses Projekt. Wir stehen in der Welt gut da, die Leistungen der Mannschaft waren hervorragend. Und das waren nur die ersten Schritte …" Die Manager im Sailing Team Germany sind überzeugt von der Strahlkraft ihrer kleinen Cup-Kampagne. Arne Dost sagt: "Die Jungs sind sehr gut vermarktbar, haben echtes Leistungspotenzial. Wir sind im Gespräch mit mehreren potenziellen Partnern und deutschen Fernsehsendern. Hier geht es genau um eines der Leuchtturmprojekte, die wir für den deutschen Segelsport im Aufwind brauchen."

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