Vendee GlobeRich Wilson erreicht Les Sables d'Olonne

Johannes Erdmann

 · 10.03.2009

Vendee Globe: Rich Wilson erreicht Les Sables d'OlonneFoto: Oliver Blanchet DPPI

Neunter Teilnehmer des Vendee Globes im Zielhafen. Dinelli und Sedlacek auf den letzten Meilen.

Nach 121 Tagen und 28.590 Meilen auf See überquerte der 48-jährige Amerikaner Rich Wilson an Bord seiner "Great American III" gestern am frühen Nachmittag die Ziellinie in Frankreich.

Wilson, der die letzten Wochen während der Rundung der Azoren mit ständigem Gegenwind zu kämpfen hatte, gab sich sehr erleichtert und glücklich, den Zielhafen erreicht zu haben. Die Strapazierung des Bootes an der Kreuz war enorm: "Es ist kaum beschreibbar, wie sehr das Boot auf solch einer Fahrt misshandelt wird. Ständig auf den Wellen beschleunigt und ruckartig abgebremst zu werden, fühlt sich fast so an, als würde man permanent Autounfälle erleben. Aber Thierry Dubois hat ein unglaublich starkes Boot gebaut. Oft habe ich nicht geglaubt, dass es dieser Belastung dauerhaft standhalten könnte. Aber das tat es".

Rich Wilsons Schiff ist die im Jahr 2001 von Thierry Dubois gebaute "Solidaires", die in ihrem ersten Vendee Globe 2001/2002 jedoch vorzeitig wegen Elektronik-Problemen abbrechen musste. Auch in ihrem zweiten Vendee Globe 2004/2005 als "VM Matériaux" unter Patrice Carpentier erreichte sie die Ziellinie wegen Schäden nicht. Ein umso größerer Erfolg, die Fahrt nun ohne Probleme zu beenden. Vor allem, da bereits 19 Schiffe das Rennen vorzeitig verlassen mussten.

Raphaël Dinelli liegt derzeit noch 470 Meilen vor dem Ziel, segelt mit einem Schnitt von 10 Knoten und wird in den nächsten 2 Tagen erwartet. Sedlaceks Shorecrew befindet sich bereits seit vergangenem Freitag vor Ort in Les Sables d'Olonne und bereitet dessen Ankunft vor. Derzeit hat der Österreicher jedoch noch gut 880 Meilen vor sich und rechnet mit einem Ankunftstermin um den 15. März herum. Auf seiner Website schrieb er am Montag: "Heute früh um 07:30 Uhr UTC habe ich in 5 nm Entfernung Corvo, die nördwestlichste Azoreninsel querab an Steuerbord passiert. Danach habe ich mit der aufgehenden Sonne den letzten Wegpunkt der Vendée in Angriff genommen! Ein tolles Gefühl, vor allem angesichts der passenden Wetterlage. Ich "düse" unter GR2 GE1, also praktisch Vollzeug, auf Zielkurs und das Einzige, was mich an Bord stört, ist der nervige Unterspannungsalarm, welcher ständig piepst, denn offensichtlich sind meine Batterien durch das oftmalige Tiefentladen ziemlich fertig. Ansonsten geht es mir den Umständen entsprechend gut, ich bin schon fast ein bisserl in Ankunftsstimmung, aber erst ein bisserl, denn durch bin ich erst, wenn ich die Ziellinie kreuze".

Bemerkenswert ist, dass der Österreicher das Rennen mit dem ältesten Schiff und dem kleinsten Budget bestreitet.

Noch bevor die letzten Teilnehmer die Ziellinie durchkreuzt haben, sind andere bereits dabei, ihre Schiffe zu veräußern. Derek Hatfield und Jérémie Beyou, die beide wegen gebrochener Saling aufgeben mussten, stellten ihre Schiffe bereits Mitte Februar nach dem gescheitertem Rennen zum Verkauf.

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