Regatta-News"Wir wollen den 32. America's Cup gewinnen"

Lars Bolle

 · 09.06.2002

Regatta-News: "Wir wollen den 32. America's Cup gewinnen"Foto: H.-G. Kiesel

Kurz nach dem Erfolg beim Volvo Ocean Race ist das nächste Ziel für Michael Illbruck schon gesteckt: Die Krone im Segelsport

Den America's Cup 2006 wolle er gewinnen, gab der Leverkusener Unternehmer heute in Kiel bekannt. "Deutschland hat einen Anspruch darauf", so die Kampfansage. "Die 'Alinghies' und 'Kiwis' können sich warm anziehen."

Der Publicity-Schub nach dem Sieg im Volvo Ocean Race solle genutzt werden, um den America's Cup nach Kiel zu holen. Das Gerüst für die neue Kampagne steht bereits. So soll ein Rennstall wie in der Formel 1 aufgebaut werden. Name: Pinta Challenge. Dazu wird die bisherige illbruck Challenge GmbH, die eine 100-prozentige Tochter der illbruck GmbH ist, aus dem Firmenverbund herausgelöst und neu benannt.
Was auch heißt, dass in die Cup-Kampagne kein illbruck-Geld mehr fließt. Das soll von Sponsoren kommen. 90 Millionen Euro betrage der Etat für vier Jahre, "darunter können man kein siegfähiges Syndikat aufbauen", so Illbruck. Und Sponsoren würden nur aufspringen, wenn sie eine realistische Siegchance sähen.

Das in Bremen zu 95 Prozent fertig gestellte AC-Boot, das für den jetzigen Cup geplant war (Illbruck sagte die Vorbereitungen aus Geldmangel ab), soll, wenn diesmal die Finanzierung klappt, schon im kommenden Jahr zum Training auf der Förde schwimmen. Ein weiteres Trainingsboot solle aus dem Bestand des aktuellen Cup-Geschehens dazugekauft werden und bis zum Cup 2006 wolle man dann noch zwei neue Boote bauen.

Zum Kernteam gehören neben Michael Illbruck noch Skipper John Kostecki, Segeltrimmer und Koordinator Ross Halcrow sowie Designer Michael Richelsen.

Die Finanzierung müsse, so Illbruck, "bis Mitte 2003 stehen. Dann wissen wir, wann genau und wo der nächste Cup ausgetragen wird und müssten spätestens dann voll durchstarten."
Eine erneute Teilnahme am Volvo Ocean Race könne er sich derzeit nicht vorstellen: "Wir haben alles erreicht, was wir wollten, wir könnten es gar nicht besser machen." Die logische Konsequenz, das Race-Boot meistbietend zu verkaufen, scheut er jedoch: "Da hängen zu viele Emotionen dran, lieben segeln wir damit noch mit den Leuten auf der Förde."

Auch DSV-Präsident Dierk Thomsen will den illbruck-Erfolg nutzen. Er sei "eine Steilvorlage, um den Segelsport auf hohem Niveau in Deutschland zu promoten". Die "Message" des Volvo Ocean Race sei "bis in die kleinsten Vereine gedrungen". Die Gunst der Stunde müsse genutzt werden, wie jedoch, dafür habe er noch kein Rezept.

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