Regatta-NewsWieser als Flauten-Gewinner

Jochen Rieker

 · 24.05.2007

Der deutsche Matchrace-Profi trotzt dem Bodensee bei widrigen Windbedingungen zwei Siege ab

Was verbindet die America´s-Cup-Stadt Valencia und Langenargen als Gastgeber des Match Race Germany? Beiden fehlt zum Auftakt nur eines: Wind. Auch am zweiten Tag wurde die Geduld der zwölf Crews auf die Probe gestellt.

Allen Bemühungen zum Trotz konnte die Wettfahrtleitung bis zum frühen Abend nur vier der noch ausstehenden 21 Duelle aussegeln lassen. Als einziger konnte der Starnberger Steuermann Markus Wieser zwei Mal gewinnen und führt nach zwei Tagen seine Vorrundengruppe an.

«Es ist hart, bei so wenig Wind zu segeln und für alle eine große Geduldsprobe. Aber wir sind natürlich froh über unsere beiden Punkte», sagte der 43 Jahre alte Wieser.

Für die kommenden Pfingsttage fällt die Wetterprognose der Experten gnädiger aus. Die Veranstalter erwarten für Samstag und Sonntag mehr Wind, allerdings auch den Durchzug von Gewittern. Indessen machten die zwölf Teams aus neun Ländern am Freitag das beste aus dem Flautenpoker. Wie die Crew des französischen Weltranglisten-Zweiten Mathieu Richard gingen viele bei hochsommerlichen Temperaturen einfach im Bodensee baden. «Das war eine herrliche Erfrischung», sagte Richard, dessen Team erst vor einer Woche im Congressional Cup vor Long Beach zum dritten Mal bei einem Grand Prix-Lauf siegreich war.

Repräsentanten von fünf aktuellen America´s Cup-Teams beweisen über Pfingsten in Langenargen, wie hoch das Match Race Germany bei seinem zehnjährigen Jubiläum in der Gunst der Profis aus aller Welt rangiert. Und einer kam sogar als Zuschauer: Oliver-Sven Buder, ehemaliger Vizeweltmeister im Kugelstopßen und Grinder im deutschen America´s Cup-Team.

Der 40 Jahre alte Athlet aus Cuxhaven sagte: «Ich habe schon soviel vom Match Race Germany gehört, dass ich es mir einfach mal ansehen wollte.» Rückblickend auf die eigene America´s Cup-Premiere erzählte Buder: «Ich habe das Abenteuer bestanden und hätte schon Lust auf eine zweite Kampagne.»

Doch wie die meisten Teams, Segler und Sponsoren ist auch Buder zum Warten verdammt, weil erst der Sieger im 32. Duell um den America´s Cup entscheidet, wann, wo und wie die 33. Auflage stattfindet. Erst nach dieser Bekanntgabe werden die meisten Kampagnen über ihre Zukunft entscheiden und Verhandlungen mit den Seglern aufnehmen.

Im Match Race Germany werden die Vorrunden-Duelle am Samstag fortgesetzt. Der deutsche Grand Prix, zu dem etwa 35.000 Zuschauer erwartet werden, endet am Pfingstmontag mit dem Finale. Gesegelt wird um rund 20.000 Euro Preisgeld und wertvolle Punkte für die Matchrace-Weltrangliste und die Saisonwertung der World Match Racing Tour, die in diesem Jahr im November erstmals mit der Weltmeisterschaft Ende November in Malaysia endet.

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