Regatta-NewsVeranstalter erwarten bestes Teilnehmerfeld aller Zeiten

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 · 10.03.2004

America's-Cup-Kampagnen nehmen Kurs auf den Bodensee

Kressbronn/Langenargen. Zur siebten Auflage von Deutschlands renommiertestem Match-Race erwarten die Veranstalter vom 8. bis 13. Juni das beste Teilnehmerfeld aller Zeiten.

Gut möglich, dass sechs oder mehr America's-Cup-Kampagnen der 31. Cup-Auflage 2002/ 2003 auf dem Bodensee aufkreuzen. "Damit stehen wir endgültig in einer Reihe mit den ganz großen Match-Races der Welt", freut sich Organisations-Chef Eberhard Magg (Speedwave Rudi Magg/ Kressbronn) über das überwältigende erste Echo auf den Versand der Ausschreibung, "das Interesse der Stars der Szene symbolisiert die Früchte unserer jahrelangen Arbeit und wird uns helfen, das Match Race Germany auf höchstem Niveau fortzuführen."

Absichtserklärungen liegen den Organisatoren der Swedish Match Tour und Match-Race-Germany-Veranstalter Eberhard Magg vor von Peter Gilmour (AUS/Skipper OneWorld), Magnus Holmberg (SWE/Steuermann Victory Challenge), Karol Jablonski (POL/Nummer eins der Match-Race-Weltrangliste; designierter Steuermann Toskana Challenge), Bertrand Pacé (FRA/Ex-Taktiker Team New Zealand; Mit-Initiator Team France für den 32. America's Cup), Gavin Brady (NZL/Ex-Steuermann Prada Challenge; jetzt Oracle BMW Racing), Luc Pillot und Philippe Presti (FRA/beide Le Défi). Außerdem kommen mit den beiden Dänen Jesper Radich und Jes Gram-Hansen die Nummer zwei und die Nummer zwölf der Match-Race-Weltrangliste. Dazu der Franzose Mathieu Richard, die Nummer vier der Weltrangliste. Inzwischen bemüht sich auch die australische America's-Cup-Kampagne Oz Boyz Challenge um eine Einladung. Eberhard Magg und seinem Partner Haral Thierer (Visioneo) steht die Qual der Wahl bevor: "Wir haben an die internationalen Teams zehn Startplätze zu vergeben und freuen uns schon jetzt auf ein Weltklassefeld!"

Karol Jablonski, der seit mehr als einem Jahr die Match-Race-Weltrangliste anführt, freut sich nach seinem letzten Start im Jahr 2002 auf sein Comeback auf dem Bodensee: "Es wird spannend, denn die Rockstars der Szene kommen. Da stellt sich zunächst gar nicht die Frage, wer gewinnt, sondern eher, wer von diesen guten Leuten Letzter werden könnte ..." Bei Jablonskis letzten Einsatz im Match Race Germany vereitelte ein Mastbruch den möglichen Sieg des erfolgreichen Polen. "Ich hoffe, dass wir dieses Mal weniger Pech haben." Mit den manchmal sehr leichten Winden auf dem Bodensee hat Jablonski, der 1993 mit dem deutschen Team den Admiral's Cup gewann, kein Problem: "Ich sehe mich als Allround-Segler. Die Entscheidung über den Sieg im Match Race Germany wird wie so oft im Match-Race auch eine Frage von Tagesform und der guten Nerven sein."

Ein Team kommt durch: Superchance für deutsche Teams

Zwei weitere Startplätze sind für den Sieger der deutschen Vorausscheidung am 5. und 6. Juni sowie Markus Wieser (Starnberg/Palma des Mallorca) als Sieger des Match-Race in Berlin reserviert. Zum ersten Mal sind am Wochenende vor dem Match Race Germany die deutsche Match-Race-Elite sowie ambitionierte Nachwuchsmannschaften zur Qualifikation geladen. "Mit dieser Zusatzveranstaltung wollen wir den deutschen Nachwuchs motivieren, denn wo sonst haben junge Match-Racer die Möglichkeit, die Stars zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. Da verstehen wir uns auch als Kontaktbörse für aufstrebende Talente. Wenn wir uns für Deutschland qualifizierte Segler wünschen, dann müssen wir ihnen auch die Chancen zum Einsatz geben." Für die erfolgreichste deutsche Mannschaft wird dann am 6. Juni ein Traum war: Sie darf sich im Match Race Germany mit den besten Match-Race-Skippern der Welt messen. Favorit der Vorausscheidung ist der Hamburger Journalist und zweimalige Deutsche Match-Race-Meister Carsten Kemmling: "Es wäre natürlich noch schwerer für uns, auf Fünf-Mann-Booten gegen die Weltelite anzutreten, da ich normalerweise mit einem gut eingespielten Drei-Mann-Team starte. Aber eine spannende Herausforderung ist es in jedem Fall."

Die Hamburger Nachwuchscrew von Steuermann Jan-Eike Andresen hat die deutsche Vorab-Qualifikation sogar zum neuen Saisonziel des Jahres erklärt: "Die Idee, den deutschen Mannschaften eine solche Chance zu geben, ist super cool und eröffnet eine ganz neue Perspektive für unseren Sport. Wir werden daraus Motivation für die ganze Saison ziehen." Der 22-jährige Jurastudent möchte mit seiner jungen Mannschaft binnen der kommenden zwei Jahre in die Top 20 der Match-Race-Weltrangliste vordringen: "Natürlich träumen wir wie alle Segler von einer deutschen America's-Cup-Kampagne. Doch da es dafür zurzeit zumindest öffentlich keine Anzeichen gibt, konzentrieren wir uns zunächst auf den internationalen Match-Race-Circuit." Andresen hat wie alle anderen Teilnehmer der deutschen Vorausscheidung eine doppelte Chance: Als Sieger würde sein Team mit der damit verbundenen Wild Card ins Match Race Germany einzuziehen. Die Platzierten dagegen dürfen zehn internationale Teams im Match Race Germany mit jeweils einem Crew-Mitglied verstärken. So wollen die Veranstalter den deutschen Seglern eine noch bessere Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit den Stars verschaffen.

Das Match Race Germany wird in diesem Jahr auf werftneuen Booten der Bavaria-Match-Serie gesegelt. Ausrichtender Verein ist der Yacht-Club Langenargen e.V. Die Matches finden direkt vor der Bilderbuch-Promenade Langenargens statt. Die Veranstalter erwarten wieder rund 25000 Zuschauer an den insgesamt acht Renntagen.

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