Regatta-NewsIllbruck: "Der Cup ist fraglich"

Carsten Kemmling

 · 30.01.2002

Wenn bis April keine weiteren Sponsoren beim America´s Cup Projekt Hilfe signalisieren, ist illbruck Challenge in Auckland nicht dabei

Das ehrgeizige America´s Cup-Projekt des Münchner Unternehmers Michael Illbruck ist in Gefahr.

In einem Interview mit der YACHT (zu lesen in Heft 4/2002) hat der 42jährige Finanzierungsplobleme seiner illbruck Challenge eingeräumt: "Wir benötigen möglichst drei gleichberechtigte Partner. Die Zeit bis zum 1. Oktober ist knapp." Vor zwei Jahren hatte Illbruck in einem YACHT Interview noch angekündigt: "Wir können zur Not auch 90 Prozent des Cup-Budgets allein tragen." Aber inzwischen sei deutlich geworden, dass das Engagement teurer werde als geplant.

Dafür sei besonders eine Änderung des Modus verantwortlich. Demnach müssen zwei der zehn Herausforderer schon nach drei Wochen Segeln die Sachen packen. "Da wollen wir auf keinen Fall dabei sein", sagt Illbruck, der nicht so untergehen möchte, wie die Schweizer um Jochen Schümann beim vergangenen Cup. Der Süddeutschen Zeitung sagte er: "Auch die Firma illbruck hat ihre Grenzen. Bis Ende April habe wir uns Zeit gegeben, passende Partner zu finden." Sollte das nicht klappen werde sich das Team "in aller Ruhe auf die nächste Herausforderung im Jahr 2005 vorbereiten". Allein das Engagement im Volvo Ocean Race kostet etwa 20 Millionen Euro. Für die Premiere der illbruck Challenge im America´s Cup 2002/2003 veranschlagt der Firmenchef mit rund 15 Millionen Euro zwar ein deutlich geringeres Budget als die Konkurrenz, die teilweise über 90 Millionen Euro investiert, will es aber auf keinen Fall allein finanzieren. Das neue Boot wird derweil in Bremen gebaut. Der Rumpf ist schon fertig. Parallel bestreitet die Match-Race-Crew um den Dänen Morten Hendriksen immer erfolgreicher internationale Rennen. Sie hat sich in kürzester Zeit unter die Top 20 der Weltrangliste geschoben. Michael Illbruck äußerte sich gegenüber der SZ auch zum thema Zum Thema Refinanzierung des Volvo Ocean Race: "Wenn sich das nicht rechnen würde, würden wir das nicht machen. Wir sind vielleicht fanatisch, aber nicht verrückt. Das Ocean Race hat zwei Prozent der Jahres-Gesamtleistung unseres Unternehmens gekostet, die in 2001 etwa bei 950 Millionen Euro lag. Die Investition hat sich schon jetzt bezahlt gemacht. Bei dem Projekt geht es um Abenteuer und Abenteurer. So eine Rund-um-die Welt-Regatta ist positiv belegt. Das erreicht die Menschen. Und wenn man über dich spricht, ist das die beste Werbung. Wir haben weit über 20000 Kunden in der Welt und weit mehr als 60 000 Ansprechpartner. Sie alle erreichen wir. Zumal wenn unser Schiff samt Crew fast absäuft und dann doch noch als Sieger die Etappe beendet."

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