Regatta-NewsGilmour für Malaysia?

Carsten Kemmling

 · 12.12.2005

Der Australier Peter Gilmour will zusammen mit Russell Coutts ein America’s-Cup-Syndikat für Malaysia gründen, das 2011 an den Start gehen soll. Die Briten wollen 2009 dabei sein

Lange wurde gerätselt, wann und wie Peter Gilmour wieder im America’s Cup aktiv wird. Der 45-jährige Australier gehört zu den ganz großen Persönlichkeiten der Segelszene. Er war bei fünf Syndikaten involviert und ist seit vielen Jahren erfolgreich auf der Swedish Match Race Tour. Vor einer Woche hat er sich die Führung in der Matchrace-Weltrangliste zurückgeholt. Nun bestätigte er Gerüchte, dass er an einem eigenen AC-Team bastelt.

Die „New Straits Times“ in Kuala Lumpur berichtet, dass Gilmour in Malaysia ein AC-Projekt vorbereitet. Allerdings erst für 2011. Die Meldung ist nicht unwahrscheinlich, da Gilmour nach langer Vorbereitungszeit Anfang des Monats das Matchrace Monsoon Cup organisiert und schließlich spektakulär im Finale gegen Russell Coutts gewonnen hatte. Enge Kontakte sind geknüpft.

Gilmour wird zitiert: „Der Monsoon Cup hat Malaysia auf die Weltkarte des Segelsports gebracht. Die Leute haben gezeigt, dass sie so eine Veranstaltung binnen vier Monate organisieren können. Malaysia ist bereit, zusammen mit internationalen Partnern die Herausforderung America’s Cup anzunehmen.“

Die „New Straits Times“ schreibt sogar schon über das geplante Budget von 110 Millionen Euro. Erstaunlich, dass Gilmour über eine mögliche Partnerschaft mit Russell Coutts spricht. „Ich bin sicher, dass Russell sich sehr dafür interessieren wird, mit Malaysia zu arbeiten. Er mag Herausforderungen und neue Möglichkeiten.“ Das hört sich allerdings nicht so an, als hätte er schon ernsthaft mit Coutts gesprochen.

Die Neuigkeiten aus Malaysia kommen nicht vollkommen überraschend. Denn schon für den aktuellen Cup stand ein Syndikat namens C7 kurz vor der Meldung. Aber Christine und Derek Condell, die hinter den Aktivitäten steckten, gaben dann kurz vor Anmeldeschluss bekannt, dass die Zeit zu knapp wurde, das Budget zu sichern. Beide sind übrigens Australier, was eine Beziehung zu ihrem Landsmann Gilmour nahe legt.

Auch die Briten haben schon verkündet, dass sie beim übernächsten Cup wieder dabeisein wollen, nachdem Peter Harrison es für 2007 nicht geschafft hat. Die „Times“ in London hat berichtet, dass eine Gruppe führender britischer Geschäftsmänner plant, 15 Millionen Euro zu investieren, um auf dieser Basis nach weiteren Sponsoren zu suchen.

Eine neue schlechte Nachricht zum aktuellen Cup: Die Schweden haben als einziges Team keinen Vertreter zum Challenger Meeting in San Francisco geschickt. Ein weiteres Indiz für Probleme bei Victory Challenge?

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