Regatta-News"Fresh Seventeen wird es schaffen"

Carsten Kemmling

 · 09.02.2005

Jochen Schümann gibt dem deutschen AC-Team Schützenhilfe. Kuhweide spricht von "vielversprechender Finanzierung". Deutsche Unternehmen gehören allerdings nicht zu den Sponsoren

Bei einer hochkarätig besetzten Gesprächsrunde vor mehr als hundert Marketingleitern und Vertretern von Sponsoring-Agenturen auf dem Sportsponsoring-Kongress der Messe ispo in München prophezeite Jochen Schümann, der Sportdirektor des Schweizer Syndikats Alinghi: "Fresh Seventeen wird es schaffen."

Und wenn Deutschland erst einmal einen Teilnehmer habe, werde sich das Sponsoring von allein enorm beschleunigen. Mit einem deutschen Team beim 32. America's Cup werde Segeln 2007 in die Riege der wenigen Top-Sportarten aufsteigen. Denn im Jahr nach der Fußball-WM im eigenen Land und vor Olympia in Peking gebe es global keinen bedeutenderen Sportevent.

Schümann erhielt Rückendeckung vom Marketingvorstand der deutschen Telekom-Tochter T-Systems, Dieter Schweer, der das Sponsoring für das südafrikanische AC-Teams Shosholoza eingefädelt hatte. Er betonte, dass sich T-Systems nicht ausdrücklich gegen Fresh Seventeen entschieden habe. Vielmehr passen die Südafrikaner besser in das internationale Gesamtkonzept von T-Systems.

"Unser Engagement signalisiert anderen Konzernen, dass sich der Einstieg in den Segelsport grundsätzlich lohnt, denn wir haben das Für und Wider in langen Detailstudien abgewogen und sind zu einem klar positiven Ergebnis gekommen." Das könne den Weg für andere Segelsport-Partner schneller ebnen.

Willy Kuhweide sagte: "Unsere Finanzierung sieht vielversprechend aus, wir sind fast am Ziel. Erschreckenderweise allerdings bisher ohne die Unterstützung deutscher Unternehmen. Es ist an der Zeit, dass deutsche Unternehmer mutiger das Prädikat 'Made in Germany' preisen und ihre Stärken selbstbewusst über ein so ideales Vehikel wie eine Hightech-Segelkampagne kundtun."

Sven Herlyn, Generalbevollmächtigter der Norddeutschen Landesbank Girozentrale (Nord/LB) in Hannover, Sponsor der Ostseeregatta Nord/LB Baltic Sprint Cup im Juli, mahnte die Wirtschaftsbosse, das Gelingen ihres Engagements nicht nur vom sportlichen Erfolg abhängig zu machen. "Ein Sieg ist nur die Sahne auf dem Kaffee, eine zusätzliche Chance", so Herlyn, "die Marketingstrategie müsse allein durch die Beteiligung greifen". Für ihn sei ein Investment im Segelsport sowohl zur Pflege von Geschäftskontakten als auch zur Begeisterung von Endverbrauchern schlicht die ideale Plattform.

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