Regatta-NewsAmerica's Cup: Spionage-Paranoia

Carsten Kemmling

 · 12.06.2002

Oracle will One-World-Designer Davidson beim Spionieren erwischt haben

Das US-America's-Cup-Team Oracle will Laurie Davidson, den Designer vom gegnerischen Syndikat One World, beim Spionieren erwischt haben. Davidson sei beobachtet worden, wie er per Fernglas das Wassern des verhüllten neuen Oracle-Bootes "USA 71" betrachtet habe.

Der neuseeländische Designer, dem ohnehin schon von seinen Landsleuten vorgeworfen wird, er habe geheime Informationen über den letzten Cup-Sieger "NZL 60" mit zu seinem neuen Arbeitgeber genommen, steht damit abermals in der Kritik.

Den aktuellen Vorfall stufen allerdings viele als lächerlich ein. So wird jetzt darüber diskutiert, ob der Einsatz von Ferngläsern dem America's-Cup-Protokoll widerspricht. Darin heißt es explizit, man dürfe gegnerische Boote von Land aus betrachten, allerdings nicht, um dadurch Konstruktions-Informationen zu bekommen.
Wenn ein Designer mit einem Fernglas die Linien ihres Bootes betrachte, so argumentiert man bei Oracle, könne es doch nur dem Zweck dienen, Informationen über Leistungsdaten zu erhalten. Das sei ein eindeutiger Verstoß gegen das Protokoll. Man behalte sich weitere Schritte vor.

One World kommentiert den Vorfall so: "Herr Davidson ist der bekannteste Designer in Neuseeland. Er hätte sich kaum öffentlich mit einem Fernglas vor die Oracle Base gestellt, wenn er heimlich etwas hätte ausspionieren wollen. Visuelle Observationen sind unserer Meinung nach erlaubt."

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