RegattaAmerica's Cup: Neuseeländer testen "Batwing"-Großsegel

Lars Bolle

 · 15.02.2021

Regatta: America's Cup: Neuseeländer testen "Batwing"-GroßsegelFoto: Youtube/Sail Chaser
Das neue Segel der Neuseeländer in Aktion
Die Cup-Verteidiger nutzen ihre rennfreie Zeit offenbar für Neuentwicklungen. Ein verkleinertes Großsegel soll Vorteile im Starkwindbereich bringen

Das Emirates Team New Zealand, Verteidiger des America's Cup, wurde beim Testen eines neuen Großsegels beobachtet (siehe Video). Dieses ist offenbar inspiriert von einer ähnlichen Variante, das der mittlerweile ausgeschiedene Herausforderer American Magic eingesetzt hat. Wegen seiner Ähnlichkeit zu Fledermausflügeln hat es auch gleich die Bezeichnung "Batwing" erhalten, in Anlehnung an die Comicfigur Batman.

Es handelt sich um eine in der Profillänge verkürzte Großsegelversion. Einfach gesagt, wurden mehrere Zentimeter des Achterlieks weggeschnitten, es ist also ein schmalerer Flügel. Das soll Vorteile bei Windstärken ab 15 Knoten bringen. Dann würde die Segelfläche nicht mehr zur Erzeugung von Vortrieb benötigt und nur unnötigen aerodynamischen Widerstand produzieren. Dass die Segellatten so Fledermaus-flügelartig nach achtern herausstehen, hat einerseits mit den im Regelwerk vorgeschriebenen Minimum-Segelflächen als auch damit zu tun, dass offenbar dieselbe Mechanik benutzt wird wie beim großen Segel. Nur die oberen vier Meter des Großsegels dürfen mittels Mechaniker verstellt werden (Twist), ebenso nur die unteren 1,5 Meter. Der Bereich dazwischen passt sich an, interpoliert quasi.

  Das bisherige Großsegel der Neuseeländer (links) und das Batwing-Segel der AmerikanerFoto: Gilles Martin Raget Das bisherige Großsegel der Neuseeländer (links) und das Batwing-Segel der Amerikaner
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Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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