Red Bull Youth America's CupBewährungsprobe vor Bermuda

Tatjana Pokorny

 · 13.06.2017

Red Bull Youth America's Cup: Bewährungsprobe vor BermudaFoto: Red Bull Youth America's Cup/ML

Die Konkurrenz ist stark, die Herausforderung groß: Am Donnerstag startet das SVB Team Germany in die zweitägige Qualifikation zum Red Bull Youth America's Cup

Der 2. Red Bull Youth America's Cup läuft vor Bermuda, und die erste Gruppe hat ihre Rennen in der Qualifikationsgruppe B bereits beendet. Da hat es der britische Nachwuchs vom Team Land Rover BAR besser gemacht als ihr Boss, der im Halbfinale der Challenger Playoffs zum 35. America's Cup gegen das Emirates Team New Zealand ausgeschieden war. Das Jugend-Team der Engländer, durch die Kampagne Land Rover BAR mit hervorragenden und nachhaltigen Trainingsmöglichkeiten ausgestattet, erreichte punktgleich mit dem siegreichen NZL Sailing Team das Finale.

  Ab morgen auf der aktuellen Weltbühne des Segelsports im Einsatz: das SVB Team Germany beim Red Bull Youth America's CupFoto: Red Bull Youth America's Cup 2017/Ricardo Pinto
Ab morgen auf der aktuellen Weltbühne des Segelsports im Einsatz: das SVB Team Germany beim Red Bull Youth America's Cup
  Im Training auf dem Great Sound vor Bermuda ging es schon zur Sache: Hier das dänische Team und das SVB Team Germany im EinsatzFoto: Red Bull Youth America's Cup/Ricardo Pinto
Im Training auf dem Great Sound vor Bermuda ging es schon zur Sache: Hier das dänische Team und das SVB Team Germany im Einsatz

Wie eng es im Oberhaus dieser Vorrundengruppe zuging, zeigte das Spanish Impulse Team, das sich als Gruppendritter ebenfalls punktgleich mit den Neuseeländern und den Briten für das Jugend-Finale qualifizieren konnte. Die Kiwis konnten drei der insgesamt sechs Rennen an zwei Tagen gewinnen, die Briten zwei und die Spanier eins. Für die größte Überraschung in Gruppe B sorgte das Heimteam BDA, das mit Platz vier auch noch ein Finalticket lösen konnte. Ausgeschieden sind die Next Generation USA und das österreichische Candidate Sailing Team.

  Segelte mit zwei Rennsiegen und Platz zwei in der Vorrundengruppe B ins Finale des Red Bull Youth America's Cup: der talentierte Nachwuchs der Land Rover BAR Academy Foto: Red Bull Youth America's Cup 2017/Ricardo Pinto
Segelte mit zwei Rennsiegen und Platz zwei in der Vorrundengruppe B ins Finale des Red Bull Youth America's Cup: der talentierte Nachwuchs der Land Rover BAR Academy 
  Die Spanier segelten punktgleich mit Neuseeland und dem Jugend-Team der Land Rover BAR Academy ins Finale des Red Bull Youth America's CupFoto: Red Bull Youth America's Cup 2017/Ricardo Pinto
Die Spanier segelten punktgleich mit Neuseeland und dem Jugend-Team der Land Rover BAR Academy ins Finale des Red Bull Youth America's Cup

Am Donnerstag startet die zweite Gruppe in ihre Qualifikation. Mit dabei ist das SVB Team Germany um Skipper Max Kohlhoff und Steuermann Paul Kohlhoff aus Kiel. Die junge Mannschaft steuert damit den Höhepunkt einer in Eigeninitiative angestoßenen Kampagne an, die von Partnern wie SVB, Flightright und BMW gefördert wird und den deutschen Segelsport zumindest auf der Nachwuchsbühne des Profi-Segelns endlich wieder einmal an die Weltspitze heranführen soll.

  Auch körperlich extrem fordernd: der Einsatz im Red Bull Youth America's Cup auf AC45-KatamaranenFoto: Red Bull Youth America's Cup/ML
Auch körperlich extrem fordernd: der Einsatz im Red Bull Youth America's Cup auf AC45-Katamaranen

Die Herausforderung für die sechsköpfige Crew und ihre Landmannschaft ist riesig, denn einige der Gegner sind großen Cup-Kampagnen angeschlossen und hatten daher im Vorwege bessere Trainingsmöglichkeiten. Das galt beispielsweise auch für die Mannschaft aus Bermuda, der sich das Oracle Team USA mit großem Engagement angenommen hatte. Bermudas Talente profitierten dabei von Tipps aus dem Munde des zweimaligen Cup-Siegers Jimmy Spithill und einem Intensiv-Coaching durch Oracle-Trainer Philippe Presti. Den Vorteil einer "Mutter-Kampagne" genossen in Gruppe B die Neuseeländer, die Briten, die Amerikaner (dennoch ausgeschieden) und das Team aus Bermuda. In Gruppe A haben das Glück Artemis Youth Racing, das japanische Kaijin Team Japan sowie das Team France Jeune.

Doch auch ohne "Big Brother" haben sich die deutschen Segler viel vorgenommen, wollen unbedingt das Finale der besten acht Jugend-Teams erreichen, das am 20. und 21. Juni auf dem Great Sound vor Hamilton ausgetragen wird. Dafür müssen sie in den kommenden zwei Tagen auf den foilenden Katamaranen vom Typ AC45 so gut segeln, dass sie einen der vier ersten Plätze erreichen. Paul Kohlhoff sagte heute im Interview mit YACHT online: "Es läuft ganz gut hier. Wir konnten einiges an Rückstand aufholen und hatten auch ein paar Glanzmomente. Nun gilt es, die Basics richtig zu machen und sich keine großen Schnitzer zu erlauben. Dann halten wir einen Finaleinzug für realistisch."

  Das SVB Team Germany hat sich viel vorgenommen: Am Donnerstag und Freitag kämpft die Mannschaft in sechs Rennen um den Einzug ins FinaleFoto: Red Bull Youth America's Cup/ML
Das SVB Team Germany hat sich viel vorgenommen: Am Donnerstag und Freitag kämpft die Mannschaft in sechs Rennen um den Einzug ins Finale

Sechs Tage Training mussten den Deutschen reichen. Alle anderen Teams bis auf die Dänen hatten mit 13 Tagen mehr als doppelt so viel Vorbereitungszeit auf den foilenden 45-Fußern. In der Qualifikationsgruppe A gelten Team Tilt (Schweiz) und die Schweden als Top-Favoriten.

  SVB-Team-Germany-Skipper Max Kohlhoff bei seiner ersten Pressekonferenz in der aktuellen Cup-Herzschlagkammer auf BermudaFoto: RBYAC/Gilles Martin-Raget
SVB-Team-Germany-Skipper Max Kohlhoff bei seiner ersten Pressekonferenz in der aktuellen Cup-Herzschlagkammer auf Bermuda

Die Endergebnisse von Gruppe B

1. NZL Sailing Team (Neuseeland), 51 Punkte

2. Land Rover BAR Academy (Großbritannien), 51 Punkte

3. Spanish Impulse Team (Spanien), 51 Punkte

4. Team BDA (Bermuda), 45 Punkte

5. Next Generation USA, 36 Punkte

6. Candidate Sailing Team (Österreich), 36 Punkte

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