EhrenrundeObama und die Segler

Marc Bielefeld

 · 30.06.2010

Ehrenrunde: Obama und die SeglerFoto: Samantha Appleton/White House

Das US-Team von BMW Oracle Racing wurde im Weißen Haus empfangen, um den Sieg des America’s Cup zu feiern

Präsident Barack Obama begrüsste die Segler um Teamchef Larry Ellison persönlich und bat zum großen Fototermin neben der berühmten Schnabelkanne. Das Treffen mit Obama war der Auftakt zu einer PR-Tour an der Ostküste

Am Dienstag durfte das amerikanische Team BMW Oracle Racing um Larry Ellison einen großen Termin wahrnehmen. Präsident Obama hatte die Segler ins Weiße Haus eingeladen, um den Sieg beim 33. America’s Cup zu feiern. Ellison und seine Mannschaft hatten die begehrte Trophäe im Februar ergattert, für die Amerikaner der erste Sieg in 18 Jahren.

„Wir sind sehr stolz, den Cup in die USA zurückgeholt zu haben“, sagte Software-Boss Ellison. „Dieses Team repräsentiert die Leistungen, die möglich sind, wenn talentierte junge Menschen ihre Träume verfolgen. Wir werden uns mit gleichem Einsatz darauf konzentrieren, die älteste Trophäe im internationalen Sport abermals zu gewinnen und unseren Sieg zu verteidigen.“

Die USA gewann den Cup mit einem gigantischen Trimaran, der in Anacortes im Bundesstaat Washington konstruiert worden war. Nun traf die legendäre Schnabelkanne im Weißen Haus ein — für eine Siegesfeier auf höchster Ebene. Ellison reiste mit großen Entourage an, unter den Gästen waren Russell Coutts, Skipper James Spithill, Team-Sprecher Tom Ehmann und viele andere. Schon einmal waren Segler des Cups ins Weiße Haus an die Pennsylvania Avenue in Washington DC geladen worden. 1987 empfing Präsident Ronald Regan die Ikone Dennis Connor, nachdem er die „Kanne“ aus Australien zurückgeholt hatte.

Für die Mannschaft von BMW Oracle war der Auftritt im Weißen Haus an der Seite von Obama der Beginn einer PR-Tour an der US-Ostküste. Am Mittwoch waren sie in der bekannten „The Early Show“ des TV-Senders CBS in New York zu sehen, bevor Skipper Spithill anschließend die Nasdaq-Börse eröffnete.

Höhepunkt war jedoch am Dienstag der Empfang im East Room des Weißen Hauses, wo Obama den Seglern gratulierte und die Signatur des Sieges betrachtete, die für jedes erfolgreiche Team in den Pokal eingraviert wird. Mister President sprach danach mit Teamchef Ellison, Skipper Spithill und CEO Russell Coutts über die Regatten. Obama sagte, dass er, obwohl kein Segler, durchaus daran interessiert sei, einmal selbst an Bord des großen Trimarans mitzufahren.

Sowohl für das Team von BMW Oracle als auch für den Präsidenten dürfte der Termin in erster Linie PR-Zwecken gedient haben. Als sauberer Sport steht Segeln sowohl für den Erhalt der Meere als auch für eine Zukunft mit alternativen Energien. Vor allem in den USA derzeit ein Thema, das politisch zur Chefsache erklärt werden musste.

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