Christmas RaceAmerica's Cup: Die Briten haben ein Speed-Problem

Lars Bolle

 · 17.12.2020

Christmas Race: America's Cup: Die Briten haben ein Speed-ProblemFoto: COR 36

Am zweiten Tag des Christmas Race vor Auckland kam das britische Team zwar zweimal ins Ziel, hatte gegen die Neuseeländer aber keine Chance

Der zweite Tag des Christmas Race bestätigte mit vier Wettfahrten die Ergebnisse des ersten Tages. Anders als zuvor segelten jeweils zwei Paarungen abwechselnd gegeneinander, also zweimal Emirates Team New Zealand gegen Ineos Team UK und zweimal Luna Rossa gegen American Magic. Die Neuseeländer gewannen zweimal klar gegen die Briten, in der anderen Begegnung gewann jedes Team einmal.

Es gab echte spannende Vorstartduelle und Matchrace-Situationen, vor allem im dritten Rennen, als sich die Italiener und Amerikaner gegenseitig drei Stoppstrafen anhängten. Es lohnt sich diesmal wirklich, sich die Rennen in der Wiederholung anzusehen.

Alle Rennen des zweiten Renntages

Was aber auch wieder auffiel: Die Briten haben einen Geschwindigkeitsnachteil. Gestern waren die Ergebnisse wenig aussagekräftig, weil die Briten zweimal ausfielen. Grund war das Versagen einer Batterie, welche zu den vom Veranstalter gestellten Ausrüstungsteilen gehört. Mittels Batteriekraft wird bei den AC75-Foilern alles verstellt, was sich im Wasser befindet, also die Foil-Arme und die Trimmklappen an den Hauptfoils und am Ruder. Die Segel werden manuell bedient. Gestern versagte bei den Briten einmal das Ruder, einmal die Foils.

Gegen die Neuseeländer konnte das Team von der Insel nun zwar beide Races ins Ziel bringen, hatte dabei jedoch keine Chance auf einen Sieg. Selbst im zweiten Aufeinandertreffen der beiden, als es Steuermann Ben Ainslie gelang, die Neuseeländer vor dem Start von den Foils zu holen und sich damit einen Vorsprung von 700 Metern zu sichern, war dieser nach der ersten Kreuz und dem Vormwindgang von den Neuseeländern schon wieder aufgeholt. Offensichtlich verlieren die Briten derzeit viel in den Manövern, kommen sehr tief aus den Wenden, haben lange beide Foils im Wasser. Ainslie gab sich nach den Wettfahrten zwar zufrieden mit der Arbeit der Crew, ließ aber auch schon so etwas wie Resignation hinsichtlich der Bootsgeschwindigkeit durchblicken. Auf die Frage, was sein Team tun könne, um den Speed zu verbessern, antwortete er dem Moderator: "Hast du irgendwelche Ideen?"

Doch Ainslie wäre nicht einer der besten Segler der Welt geworden, würde er nicht sofort wieder in den Angriffsmodus schalten: "Wir haben noch etwas Arbeit vor uns. Wir werden die nächsten Woche daran arbeiten, diese Lücke zu schließen."

  Der Stand nach acht WettfahrtenFoto: America's Cup
Der Stand nach acht Wettfahrten

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