America’s CupZeit für Flieger und Simulanten

Lars Bolle

 · 03.03.2015

America’s Cup: Zeit für Flieger und SimulantenFoto: BAR

Verteidiger Oracle Team USA hat die Erprobungsphase auf dem Wasser eingeläutet, Ben Ainslie Racing einen Simulator programmiert

Der erste Test des neuen Oracle AC45 am 20. Februar

Ende Februar gingen Cup-Verteidiger Oracle Team USA und Herausforderer Artemis (Schweden) erstmals mit ihren neuen AC-45-Katamaranen aufs Wasser. Dabei handelt es sich um komplette Neuentwicklungen, die deutlich steifer und schnittiger sind als die vorangegangenen 45er und die vor allem den Anforderungen ans Foilen gewachsen sind.

Oracle Team USA zeigt bereits am 24. Februar deutliche Fortschritte

Zwar waren bereits 2013 die beiden Teams mit fliegenden AC 45 unterwegs, jedoch handelte es sich dabei um modifizierte Standard-AC-45er, wie sie auch in der AC World Series, der Vorausserie zum Cup, eingesetzt werden. Mit einem solchen Boot trainiert zurzeit auch noch der britische Rennstall Ben Ainslie Racing (BAR).

Die jetzt gezeigten AC 45 von Oracle und Artemis sind dagegen echte Weiterentwicklungen, Miniaturen der späteren AC 62, die bei der 35. Verteidigung eingesetzt werden. Mit ihnen testen die Teams die besten Profile bei den Schwertern und Flügeln. Diese Phase ist dieses Mal besonders wichtig, da die Anzahl der zu testenden Anhänge bei den AC 62 begrenzt ist und die Herausforderer auch nur noch ein Wettkampfboot, den AC 62, bauen dürfen (Verteidiger Oracle darf zwei bauen).

Mit dem frühen Start in die Testphase wollen sich die Teams einen Technologievorsprung sichern. Davon sind die weiteren Herausforderer offenbar noch deutlich entfernt. Die Neuseeländer haben mit Personalquerelen zu kämpfen, Franck Cammas übt sich stellvertretend für das französische Team im C-Cat, und Luna Rossa trainiert wie BAR auf modifizierten Standard-45ern.

Letztere sind allerdings noch im virtuellen Bereich aktiv. Der britische Rennstall hat Dr. James Roche verpflichtet, der zuvor im Bereich angewandte Technologien bei McLaren arbeitete und den Skeleton-Schlitten der britischen Olympiasiegerin Lizzy Yarnold entwickelte. Mit ihm hat das Team einen virtuellen Segelsimulator auf der Basis von Oculus-Rift-3D-Brillen entwickelt. Mit ihnen sollen die Segler das Foilen simulieren können und zugleich Neuentwicklungen der Konstrukteure virtuell testen

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