America's CupWechselspiele

Carsten Kemmling

 · 10.04.2005

Ex-Team-New-Zealand-Boss Tom Schnackenberg verklagt sein Team

Eigentlich wollten die neuen Herren des America's Cup die Regeln so umgestalten, dass die unschönen Meldungen über Industriespionage, Intrigen und Personal-Wechselspiele der Vergangenheit angehören sollten.

Stattdessen häufen sie sich jetzt kurz vor dem Meldeschluss Ende des Monats. Die jüngste Nachricht betrifft Tom Schnackenberg, den Chef der Cup-Verteidiger des Jahres 2003. Der 59-jährige Neuseeländer, dessen Namen schon fast untrennbar mit dem Ausspruch von Dennis Conner ("der klügste Kopf im Yachtsport") verbunden ist, hat sein Team verklagt.

Der Vorwurf: Grant Dalton, der neue Chef vom Team New Zealand, habe ihn für das Design-Team nur unter Vertrag genommen, um ihn am Wechsel zu einem anderen Team zu hindern. Dalton äußerte sich enttäuscht über Schnackenbergs Vorwürfe: "Das Team dachte, er hätte seinen Abgang einvernehmlich vollzogen."

Hintergrund der Klage sind offenbar zahlreiche attraktive Angebote von anderen Teams. Das aktuelle, von Alinghi veränderte Cup-Protokoll besagt aber, dass jemand, der mehr als 180 Tage für ein potenzielles Herausforderer-Syndikat gearbeitet hat, nicht mehr wechseln darf. Diese Regel war eingeführt worden, wohl auch um Russell Coutts nach seinem Streit mit Ernesto Bertarelli am Wechsel zu hindern.

Aus dem gleichen Grund gibt es auch Ärger mit dem Neuseeländer John Cutler, der beim vergangenen Cup für Oracle gearbeitet hatte, danach zu K-Challenge gewechselt war, dann zu Mascalzone Latino (jetzt Team Capitalia), und nun im Team von Desafio Espanol auftaucht. Zusammen mit dem amerikanischen Designer Phil Kaiko, der denselben Weg zurückgelegt hat.

Die von Mascalzone angerufene Jury hat in diesem Fall entschieden, dass der Designer-Wechsel prinzipiell eher nicht erlaubt sei, für den speziellen Fall von Kaiko aber nur ein Hearing eine Entscheidung bringen könne. Das allerdings koste etwa 70.000 Euro .

Ein Hinweis darauf, ob die Spanier diesen Weg gehen wollen, mag die Verkündung der Verpflichtung des Design-Duos Reichel/Pugh sein. Die Amerikaner zählen zur ersten Design-Liga. Für 2003 haben sie die Yachten für Dennis Conner gebaut.

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