America's Cup"USA" gewinnt 33. America's Cup

Tatjana Pokorny

 · 13.02.2010

America's Cup: "USA" gewinnt 33. America's CupFoto: Guilain Grenier

Mit Flügel und Conner-Banner zum Sieg vor Valencia

Das Team BMW Oracle Racing hat den 33. America’s Cup gewonnen. Die Mannschaft der "USA" besiegte die Schweizer Crew der "Alinghi 5" am Sonntagabend vor Valencia zum zweiten Mal in Folge deutlich. Damit gewinnt zum 28. Mal seit 1851 ein amerikanisches Team die alte Silberkanne.

Erst zum fünften Mal in der Cup-Geschichte ist es einem Herausforderer gelungen, den Verteidiger zu schlagen. Der futuristische Katamaran von Verteidiger Alinghi hatte dem technologisch überlegenen Trimaran der Amerikaner mit dessen radikalem 68 Meter hohen Kohlefaser-Segelflügel auch im zweiten Duell am Sonntag trotz deutlicher Verbesserung zu wenig Geschwindigkeit entgegenzusetzen, verlor den Schlagabtausch nach zwischenzeitlicher Führung und spannendem ersten Kursabschnitt mit 5 Minuten und 26 Sekunden Rückstand im Ziel und insgesamt mit 0:2.

Damit endet Alinghis Ära im America’s Cup zehn Jahre nach der Teamgründung durch den Genfer Milliardär und Steuermann Ernesto Bertarelli. Das Team von Software-Gigant Larry Ellison (USA), CEO Russell Coutts (Neuseeland) und Steuermann James Spithill (Australien) holt den Cup 15 Jahre nach der letzten amerikanischen Niederlage 1995 durch "Young America" zurück in das Land, dessen erste Siegerin "America" dem Cup einst seinen Namen gab.

Mit James Spithill hat die älteste ununterbrochen ausgetragene Sporttrophäe der Welt 159 Jahre nach ihrer Premiere einen neuen Helden geboren: Der 30 Jahre alte Ausnahmesegler aus Sydney ist der jüngste siegende Steuermann aller Zeiten. Für "Jimmy Spitfire", der seine Cup-Karriere am Steuer der "Young Australia" im Jahr 2000 im Alter von 20 Jahren als jüngster Cup-Steuermann begann, markiert die 33. Cup-Auflage den vorläufigen Gipfel seiner Karriere.

Ausschlaggebend für den Sieg, dessen Grundlage die Amerikaner sich vor Gericht erkämpft hatten, war ihre überlegene Technologie. Als Glücksbringer kam an diesem Wochenende ein mehr als riesiges Stars&Stripes-Banner dazu, das der viermalige America's-Cup-Sieger Dennis Conner dem US-Team als Glücksbringer geschickt hatte. Es war jene Flagge, die in seinem Basiscamp in San Diego wehte, als er den America's Cup 1988 gewann.

Mit dem Ende dieser Cup-Edition könnte auch die seit zweieinhalb Jahren währende Gerichtsschlacht zwischen Kläger BMW Oracle Racing und dem Team Alinghi ein Ende nehmen. Zwar hat das New Yorker Gericht noch eine Anhörung für den 25. Februar angesetzt — diese jedoch bezüglich einer Klage der Amerikaner, die dafür nun keinen Grund mehr haben, sollte Ernesto Bertarelli Wort halten und das Ergebnis des Cup-Duells auf dem Wasser akzeptieren. Es wäre eine große Geste nach Zwist und Zorn der Vergangenheit.

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