America's CupPositives Echo auf "Fresh seventeen"

Carsten Kemmling

 · 15.09.2004

Der deutsche Versuch, am America's Cup teilzunehmen, hat viele Fürsprecher erreicht. Vier neue Vereine sind dem Deutschen Challenger Yacht Club beigetreten

Ein nicht nur im Inland sehr positives Echo hat die Bekanntgabe des Projekts "Fresh seventeen" zur Teilnahme am America's Cup hervorgerufen. Prominente Vertreter aus Wirtschaft und Industrie begrüßten die Initiative der Deutschen Challenge 2007 AG (DC 2007 AG).

Binnen weniger Tage traten vier erstklassige deutsche Segelclubs dem Verein Deutscher Challenger Yacht Club (DCYC) unter Vorsitz von Olympiasieger Willy Kuhweide bei, um die Arbeit der Gründungsmitglieder zu unterstützen.

Die Akquisition der Sponsoren, die ein Drei-Jahres-Budget von 45 Millionen Euro einbringen soll, bekam seit der Veröffentlichung am 7. September erheblich Rückenwind. "Hier hat unser Land eine einmalige Gelegenheit, seine Kompetenz zu beweisen", sagte der ehemalige Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und heutige Präsident der Leibniz Wissenschaftsgemeinschaft, Hans-Olaf Henkel. "Es geht ja nicht ‚nur&apos um den Segelsport, sondern auch um Technik, um Ingenieurskunst und um Integration komplizierter Einzelbausteine zu einem funktionierendem Ganzen. Und gerade hier ist Deutschland stark. Das sollten wir auch zeigen."

Henkel, selbst leidenschaftlicher Segler, appellierte an seine ehemaligen Kollegen in der Wirtschaft, sich einzubringen. "Ich kenne kein Sport- oder Kulturprojekt, in dem gerade das Engagement der Industrie einen solch nahen Bezug zum Objekt hat."

Bereits in den ersten Tagen nach dem Auftritt hat die Vermarktungsagentur prince henry tv & sponsoring ag mehr als ein Dutzend qualitativ hochwertiger Reaktionen auf das Angebot bekommen, bei "Fresh seventeen" an Bord zu kommen. Das Sponsoring-Paket sieht bis zu fünf Partner mit Jahresbudgets ab drei Millionen Euro vor. Interessenten werden mit einer umfangreichen Mediawertprognose versorgt, die ein hohes Return-on-Investment verspricht.

"Einige nationale Unternehmen haben das riesige Potenzial sofort erkannt", so Jacqueline Sasse, Geschäftsführerin der Vermarktungsagentur prince henry, die zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Namen nennen wollte. Es seien sowohl Blue Chips als auch M-und S-Dax-Konzerne sowie Privatfirmen darunter. Die kommenden Wochen würden zeigen, welche Sponsoren sich im Umfeld des Hightech-Segelns beim AC, aber auch beim Konzept der Volkskampagne "Fresh seventeen" partnerschaftlich integrieren werden.

Nicht minder rege verliefen die Reaktionen auf der sportlichen Seite des Projekts. Andreas John, Vorstand Sport der DC 2007 AG, verzeichnete an Kontakten allein in der ersten Woche nach dem so genannten "Going public" mehr als zwei volle Crews. Darunter seien nicht nur Neulinge, sondern auch international bekannte Routiniers. John: "Interessanterweise bewerben sich viele junge Talente aus Deutschland, und es haben sich mehrere Top-Profis aus dem Ausland gemeldet." Das zeige, dass das Konzept "Fresh seventeen" aufgehen werde, junge, überwiegend deutsche Segler zusammen mit AC-erfahrenen Cracks aufzubauen und so an die Cup-Herausforderung heranzuführen. "Bis 2007 ist der Weg das Ziel, damit wir beim 33. AC die Silberkanne gewinnen können", erklärte der 44-jährige Hamburger.

Eine lange Liste von Anfragen bis zu Glückwünschen empfing auch Eberhard Magg, den AG-Vorstand Technik. Sie reichte vom Germanischen Lloyd in Hamburg über verschiedene Konstrukteure und Computerexperten für Strömungssimulationen bis hin zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Braunschweig. "Den meisten ist es sehr wohl bewusst, dass bei diesem Projekt eine disziplinübergreifende, technologische Zusammenarbeit Chance und Notwendigkeit zugleich ist", sagt Magg, "und meine Überzeugung, dass wir in einer deutschen AC-Kampagne unser marktführendes Technologie-Know-how bündeln können, wurde noch deutlich bestärkt."

Eine Welle der Sympathie schwappt auf den Verein Deutscher Challenger Yacht Club zu. Zur großen Freude von DCYC-Kommodore Willy Kuhweide erklärten bereits vier erstklassige Segelvereine aus den Norden, Westen und Süden Deutschlands gleich nach den Gründungsmitgliedern ihren Beitritt zum DCYC. Dies sind der Kieler Yacht-Club, der Düsseldorfer Yachtclub, der Yacht Club Langenargen und der Deutsche Touring Yacht-Club aus Tutzing.

Kuhweides besonderer Dank galt dem DCYC-Koordinator Rolf Bähr (Berlin), der eine hervorragende Lobbyarbeit leiste. Der Kieler Yacht-Club verknüpfte mit seiner Unterstützung auch die eigene Bewerbung um die Ausrichtung einer AC-Testregatta im Spätsommer 2005. KYC-Vorsitzender Lothar Jenne: "Das passt doch hervorragend zusammen."

"Wir unterstützen die Initiatoren ohne Einschränkung und haben bereits eine große Begeisterung für dieses herausragende Ereignis im Segelsport in unseren eigenen Reihen, bei den hier in der Region ansässigen Großunternehmen und
in der bevölkerungsreichsten Region Deutschlands generiert", schrieb Peter Finis, stellvertretender Vorsitzender im Düsseldorfer Yachtclub.

Auch für Jens Krose, Präsident im Yacht Club Langenargen, war klar: "Wir haben im Vorstand keinen Moment gezögert beizutreten. Als jahrelanger Ausrichter des einzigen Grade one Match Race in Deutschland, dem Match Race Germany in Langenargen, ist es für uns natürlich eine Ehre und eine Selbstverständlichkeit, den DCYC und die Kampagne "Fresh seventeen" auf ihrem Weg zum 32. America's Cup mit allen unseren Möglichkeiten zu unterstützen. Wir würden uns freuen, wenn schon 2005 Segler des Teams "Fresh seventeen" bei uns als Teilnehmer gegen die AC-Größen dabei wären, die jedes Jahr am Bodensee ein Stelldichein haben."

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