America's CupOneWorld wählt Team Dennis Conner als Gegner

Carsten Kemmling

 · 18.11.2002

America's Cup: OneWorld wählt Team Dennis Conner als GegnerFoto: R. Tomlinson

Im zweiten Duell der Hoffnungsrunde trifft Prada am Samstag auf Victory Challenge

Die Chancen, dass der Cup nach Europa kommt, sind immer noch groß. Es steht jetzt fest, dass zwei europäische Teams im Halbfinale vertreten sein werden. Denn im Hoffnungslauf des Viertelfinales kommt es zu einem rein amerikanischen und einem europäischen Duell.

OneWorld, das sich als bestplatziertes Team der Round-Robin-Runde den Gegner aussuchen durfte, hat überraschend die "Stars and Stripes“ von Landsmann Dennis Conner gewählt. Dadurch trifft im zweiten Hoffnungslauf das italienische Prada-Team auf Victory Challenge aus Schweden. Die Sieger dieser beiden Zweikämpfe segeln dann gegeneinander um das Recht, gegen den Gewinner der Halbfinalpaarung Alinghi—Oracle BMW antreten zu dürfen.

Die Entscheidung von OneWorld, Dennis Conner auszuwählen, war für einige eine Überraschung, weil dem erfahrenen Team in den letzten Runden große Fortschritte gegen die Briten bescheinigt wurden. Aber Tim Kröger, der mit dem französischen Team ausgeschieden ist, hält das Conner-Boot nach wie vor nicht für eine Rakete. "Die Jungs sind einfach unglaublich erfahren und segeln sehr gut.“ Allerdings sind die Schweden, die ihm ein Bein stellten, seiner Meinung nach nicht unbedingt leichtere Gegner. "Sie waren zwei Zehntel schneller als wir, obwohl wir mächtig zulegen konnten.“ Sie seien das Team, das am meisten in Auckland trainiert habe. Und das wirke sich besonders bei den Windbedingungen am oberen Ende des Limits aus.

Prada bereitet sich derweil mit großen Veränderungen auf dieses Rennen vor. Das Boot, das sie in den vergangenen Rennen benutzt haben (ITA 74), erhält zum zweiten Mal einen neuen Bug. Und ITA 80, ebenfalls mit neuer Bugsektion, wird intensiv getestet.

Für Tim Kröger ist aber nach wie vor Alinghi mit Jochen Schümann der absolute Favorit. "Besonders der Faktor Schümann wird von den angelsächsischen Medien permanent unterbewertet. Sein Einfluss auf das Team ist gigantisch. Der Mann ist unglaublich gewachsen mit seiner Aufgabe. Das Team strahlt eine beeindruckende Ruhe aus. Es ist das coolste und entspannteste Projekt.“ Oracle BMW habe zwar mit der erneuten Benennung von Chris Dickson offenbar gut gelegen. "Aber der Mann ist ein erheblicher Risikofaktor. Wenn sie ein Rennen verlieren, könnte das schnell eine Krise bedeuten.“

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