America’s CupMascalzone Latino gibt auf

Lars Bolle

 · 11.05.2011

America’s Cup: Mascalzone Latino gibt aufFoto: Guilain Grenier
Mascalzone-Latino-Chef Vincenzo Onorato, neben ihm der Schatten des Teamchefs der Verteidiger, Russell Coutts
Der erste und damit auch wichtigste Herausforderer von Cup-Verteidiger Oracle Racing wirft wegen Finanzierungsproblemen das Handtuch

„Wir waren nicht in der Lage, ein Budget zu sichern, das eine wettbewerbsfähige Kampagne ermöglicht hätte.“ Mit diesen Worten gibt Vincenzo Onorato, Chef des sogenannten Challenger of Record, das Aus seiner Cup-Ambitionen bekannt. Und weiter: „Wenn ich auf See gehe, dann will ich gewinnen. Ich bin nicht an einer hoffnungslosen Kampagne interessiert.“

Der Rückzieher entbehrt nicht einer gewissen Ironie, hatte doch Onorato, als erster Herausforderer mit seiner Kampagne Mascalzone Latino zugleich Vertreter aller anderen Herausforderer und Vertragspartner gegenüber Oracle Racing, mit seinen Unterschriften die von Oracle Racing betriebene komplette Umgestaltung und den Wechsel auf Katamarane erst ermöglicht.

Ein wesentlicher, häufig wiederholter Aspekt sei dabei eine Kostenreduzierung für die Teams gewesen. Nun wurden Onorato die Kosten zu hoch.

Dabei kommt das Aus nicht überraschend, schon in den vergangenen Wochen hatten sich Gerüchte über fehlende Sponsoren verdichtet.

Laut Cup-Regelwerk rückt jetzt die nächstgemeldete Herausforderung in die Rolle des Challenger of Record, also das schwedische Team Artemis von Torbjörn Törnquist mit Skipper Paul Cayard, das seine Herausforderung am 8. November 2010 bei Oracle Racing abgegeben hat.

Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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