America's CupKonkurrenz schwächelt

Carsten Kemmling

 · 08.12.2005

Die America’s-Cup-Teams aus Schweden, Frankreich und China haben Budgetprobleme

Der Cup der Superlative 2007 droht an Attraktivität zu verlieren. Es stellt sich heraus, dass einige Teams akute Finanzprobleme haben. Möglicherweise ist es nur eine Frage der Zeit, bis das erste Syndikat seine Meldung zurücknimmt.

Denn die Stunde der Wahrheit rückt näher, der Bau der neuen Schiffe. Die Teams, die noch keine Aktivitäten vorweisen können, stehen automatisch unter Verdacht, es nicht bis zur Startlinie in Valencia zu schaffen. Bisher wurde bei den Acts mit den alten Schiffen gesegelt. Das war günstig. Nur die Südafrikaner setzten mangels eines konkurrenzfähigen Gebrauchtschiffs ein neues Boot ein.
Aber jetzt müssen die Teams Geld in die Hand nehmen, um den Seglern neue Hardware zu liefern. Informationen über Baubeginn, Konstruktionsphase und vergebene Segelnummern machen die Runde. Und gerade die Strategie, wann welche Schiffe gebaut und eingesetzt werden, ist eine der besonders kritischen Entscheidungen, die über den Cupgewinn entscheiden.
Wer zuerst baut, offenbart der Konkurrenz sehr viel, was sie abgucken kann. Wer zu spät baut, kann das Schiff nicht mehr lange genug testen und optimieren. Deshalb pokern die großen Teams. Die Informationspolitik gehört zur Strategie dazu.
Aber solche Sorgen gibt es bei den kleinen Teams nicht. Die Deutschen haben schon klargemacht, dass sie wohl nur ein Boot bauen. Es nähert sich bei Knierim der Vollendung. Stapellauf soll im Mai sein.
Dagegen macht sich die Cup-Gemeinde große Sorgen um die Schweden. Bei Victory Challenge herrscht Stillschweigen in Bezug auf Baupläne, und einige Segler sollen sich schon um neue Jobs bemüht haben. Auch die Franko-Chinesen machen noch keine Anstalten, eine Neukonstruktion zu verkünden. Dagegen häufen sich die Nachrichten über nicht gezahlte Gehälter. Die Meldungen über ein astronomisches Budget sind jedenfalls nach jetzigem Stand falsch.
Sehr offen gehen die Franzosen mit ihrem Geldproblem um. Sie waren zwar eines der ersten Teams auf der Meldeliste, aber seitdem leben sie von der Hand in den Mund. Dafür leisteten sie Erstaunliches mit ihrem uralten Boot. Aber in Trapani brach es zum Schluss fast auseinander. Auf der Bootsmesse in Paris sollte endlich ein großer Titelsponsor präsentiert werden. Aber bisher konnten nur ein paar kleine gewonnen werden.
Jüngst gab es auch negative Meldungen über die Italiener von +39. Denen hatte niemand zugetraut überhaupt so weit zu kommen, die Acts mitzusegeln. Aber sie taten es mit großem Erfolg. Doch es gibt Gerüchte über nicht gezahlte Gehälter. Andererseits sind die Baupläne schon verkündet.

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