America’s CupKeine fliegenden Kisten

Lars Bolle

 · 16.09.2010

America’s Cup: Keine fliegenden KistenFoto: AC

Der Verteidiger BMW Oracle Racing hat einen Entwurf der Konstruktionsregel vorgestellt

Demnach wird es keine Tragflügelkonstruktionen à la „Hydroptére“ geben. Potentiellen Herausforderern soll mit der Veröffentlichung die Chance gegeben werden, Änderungswünsche vor der Finalisierung einzubringen.

Die Konstruktionsregel wurde unter Leitung des US-Amerikaners Pete Melvin entworfen, einem ehemaligen Flugzeugkonstrukteur bei McDonnell Douglas, der zweimal die A-Class-Weltmeisterschaft gewann und dessen Konstruktionsbüro den Megakat „Playstation“ (s.u.) entwarf.

Die neue Konstruktionregel ist eine so genannte Boxrule, es werden also nur Toleranzen festgelegt, innerhalb derer sich die Ingenieure austoben können. Je geringer diese Toleranzen sind, desto ähnlicher werden die Boote.

Die wichtigsten Maße im Vorschlag lauten:
Rumpflänge max. 22.0 m
Breite max. 14.0 m
Verdrängung ohne Rigg min. 5,7 t
Gesamtgewicht min. 7 t
Fläche des Flügels max. 260 qm
Höhe des Flügels max. 40 m
Breite des Flügels 2,0 bis 8,6 m
Segeltrimm manuell über Grinder

Es darf mit maximal elf Crewmitgliedern gesegelt werden, zum Segeltrimm sind keine mechanischen Antriebe erlaubt. Der Flügel darf in Längsrichtung nur aus maximal drei Teilen bestehen. Die Rümpfe und Riggs müssen so konfiguriert sein, dass das Boot innerhalb von zwei Tagen regattatauglich zusammenbaubar ist und innerhalb eines Tages zerlegbar, um sehr mobil für die geplante Tour zu sein.

Es sind nur zwei Ruder und zwei Schwerter erlaubt, keines darf länger als sechs Meter sein. Jeder Anhang muss aus einem Stück besehen, es sind keine beweglichen Klappen oder Flügelchen erlaubt, auch ist die Verstellbarkeit der Schwerter sehr eingeschränkt.

Damit ist es recht unwahrscheinlich, dass Tragflügelkonstruktionen zu sehen sein werden. Denn die bei modernen Mehrrümpfern eingesetzten C-förmigen Schwerter erzeugen zwar Auftrieb, jedoch nicht so viel, um den Leerumpf aus dem Wasser zu heben. Der Auftrieb dient eher der Stabilisierung des Rumpfes gegen Aufschaukeln und Unterschneiden.

Insgesamt scheint es, als wären viele Grenzen gezogen worden, um ausufernde oder Experimentalkonstruktionen zu vermeiden und die Boote von vorn herein sehr ähnlich zu halten. Der Spannung der Wettfahrten wäre dies nur dienlich.

Die finale Boxrule ist für den 30. September angekündigt.

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