America's CupFresh 17 geht an den Start!!!

Jochen Rieker

 · 27.04.2005

America's Cup: Fresh 17 geht an den Start!!!Foto: United Internet AG

Erste deutsche Teilnahme am America´s Cup ist besiegelt - Einigung Mittwoch Nacht mit United Internet als Hauptsponsor - Freitag Pressekonferenz im Verein Seglerhaus am Wannsee in Berlin

Jetzt ist es sicher: Vor Valencia wird 2007 erstmals nach 155 Jahren ein deutsches Syndikat um den Louis-Vuitton-Cup kämpfen, die Herausforderer-Runde für den America´s Cup. Ein historischer Moment!

Ein mittelständisches Internet-Unternehmen unterschrieb in sprichwörtlich letzter Sekunde, nachdem namhafte Konzerne abgelehnt hatten. Ralph Dommermuth, Gründer und Vorstandsvorsitzender der United Internet AG (u.a. 1&1, GMX ), ermöglicht die Teilnahme an der wichtigsten Veranstaltung des Segelsports weltweit.

Der sympathische Unternehmer, als cleverer Marketing-Stratege bekannt, wird voraussichtlich bis zu 25 Mio. Euro für Fresh 17 bereitstellen und ist damit Titelsponsor. Einen weiteren großer Geldgeber wird es nach YACHT-Informationen nicht geben.

Heute muss noch der Aufsichtsrat des Münchner Konsortiums um Organisator Uwe Sasse zustimmen, doch das Okay gilt als sicher. Auch Jesper Bank, der den Cupper steuern soll und künftig eine Schlüsselrolle übernehmen wird, hat seine Zustimmung signalisiert. Damit sind die wichtigsten Hürden genommen.

Schon vergangene Woche hatte United-Internet-Chef Dommermuth das Meldegeld in Höhe von 1,25 Mio. an das America´s Cup Management überwiesen. Damit steht Fresh17 offiziell als Herausforderer fest. Zuvor kam nur ein deutsches Syndikat so weit: Mike Illbrucks Pinta Racing, die für 2002/03 gemeldet hatte, dann aber mangels Sponsoren alle Aktivitäten absagen musste.

Offen ist nach wie vor, ob es dem Team um Jesper bank gelingen wird, bei den nächsten anstehenden Vorregatten bereits anzutreten (Act 4 und 5, ab 16. Juni in Valencia). Dies ist eine Voraussetzung für die Teilnahme am Louis-Vuitton-Cup in 2007. Die Zeit erscheint extrem knapp. Noch hat Fresh 17 keine Boote und keine komplette Crew. Und selbst wenn sich das kurzfristig organisieren ließe, fehlte die Zeit für eine seriöse Vorbereitung.

Gut für deutsche Segel-Fans: Mit dem Einstieg von United Internet wird die Übertragung von ARD und ZDF mehr Raum bekommen. Die Sender hatten sich im Vorfeld die Rechte am Cup gesichert, den Umfang der Berichterstattung aber von der Existenz eines deutschen Teams abhängig gemacht.

Morgen auf YACHT online: Die Strategie von Fresh 17, die Hintergründe von Ralph Dommermuths Entscheidung und welche Chancen die Deutschen vor Valencia haben.

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