America's CupEinigung

Carsten Kemmling

 · 29.03.2005

Russell Coutts wird beim nächsten Cup nicht segeln. Er hat seinen Streit mit Alinghi-Boss Ernesto Bertarelli beigelegt

Ernesto Bertarelli hat in einer dürren Pressemitteilung über Ostern verlautbaren lassen, dass der Streit mit dem ehemaligen Skipper Russell Coutts beigelegt ist.

"Ein Teil der Vereinbarung ist, dass Coutts beim 32. America's Cup nicht für ein anderes Team startet. Beide Parteien haben ihre große Zufriedenheit über die Einigung ausgedrückt und beschlossen, die Angelegenheit nicht weiter zu kommentieren", heißt es in dem Kommuniqué.

Im vergangenen Juli hatte Alinghi den Vertrag mit seinem Erfolgsskipper wegen wiederholter Pflichtverletzungen aufgelöst, nachdem Coutts öffentlich über seinen Abgang nachgedacht und sich im Juni bei Testregatten geweigert hatte, das Steuer zu übernehmen. Nach einer gleichzeitigen Regeländerung der America's-Cup-Statuten war Coutts außerdem automatisch für den nächsten Cup gesperrt. Die neue Regel besagt: Wer 180 Tage bei einem aktuellen AC-Team angestellt ist, darf nicht mehr für ein anderes segeln. Gegen diesen Erlass war Coutts vor Gericht gezogen. Die Verhandlungen in der Schweiz hatten schon begonnen.

Umso überraschender ist jetzt die plötzliche Einigung, die Fronten schienen verhärtet. Zahlreiche Fragen stehen im Raum. Was hat Coutts für den Rückzug seiner Klage bekommen? War es Geld? Hätte er sowieso den Prozess verloren? Hat er klein beigegeben?

Kurz vor der Vereinbarung gab es Spekulationen, Coutts wäre vom italienischen Team Luna Rossa (ehemals Prada) verpflichtet worden. Die italienische Tageszeitung "Il Giornale" hatte das berichtet. Steht die Einigung damit in Zusammenhang?

Sie kann auch bedeuten, dass Bertarelli ihm zwar das Segeln verboten, aber den Weg frei gemacht hat, für ein anderes Team als Berater zu arbeiten. In dieser Rolle wäre der dreimalige Cupsieger von unschätzbarem Wert.

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