America’s CupEine ganze Generation betrogen

Lars Bolle

 · 06.12.2010

America’s Cup: Eine ganze Generation betrogenFoto: I.Roman/Team Origin

Erneut Kritik am neuen Format. Segel-Supertalent Ben Ainslie schimpft auf das US-Team

Gerade ist der Brite Ben Ainslie, dreimaliger Olympia-Goldmedaillengewinner, Weltmeister im Matchrace geworden. Doch statt Freue bereitet der Titel offenbar Frust, erinnert er doch eindringlich an eine offenbar verpasste Karrierechance.

Ainslie fürchtet, seinen Lebenstraum, die Teilnahme am America’s Cup, aufgeben zu müssen. Die Entscheidung des Cup-Verteidigers BMW Oracle Racing, von Einrumpfern auf Mehrrumpfer zu wechseln, habe ernste Auswirkungen auf eine ganze Generation der besten Matchracer der Welt. „Die Entscheidung war sehr enttäuschend“, sagte Ainslie dem New Zealand Herald. „Jungs wie ich haben die vergangenen 10 bis 15 Jahre damit verbracht, das Spiel zu lernen, zu lernen, wie man auf großen Monohulls Matchrace segelt, um einmal beim America’s Cup anzutreten.“

Er fürchtet dass dies alles umsont war. Denn die Wichtigkeit des Matchraces würde beim neuen Cup stark abnehmen, das Hauptaugenmerk würde darauf liegen, das schnellste Boot zu bauen. Um so ärgerlicher ist die Entwicklung für Ainslie, weil er kurz davor stand, seinen Traum zu verwirklichen. Seit 2005 war er der Reserveskipper der Neuseeländer, wechselte nach dem Cup 2007 zum britischen Team Origin, bei dem er als gesetzter Steuermann galt. Dessen Eigner Sir Keith Mills sagte seine Teilnahme beim Cup 2013 ebenso ab wie der ehemalige Gewinner Alinghi, beide mit der Begründung, dass das Regelwerk den Verteidiger zu stark begünstige und dass sie in dem neuen Format keine Zukunft sähen.

„Ich denke, ihre (BMW Oracle) Vision Nummer eins ist, den Cup zu behalten“, so Ainslie.

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