America’s CupDuellanten in Valencia

Uwe Janßen

 · 04.01.2010

America’s Cup: Duellanten in ValenciaFoto: bmor-photo

Die heiße Phase der Vorbereitung beginnt – Alinghi und BMW Oracle sind in Spanien eingetroffen

Montagfrüh lieferte ein Frachter das Material des amerikanischen Herausforderers an, am Nachmittag folgte ein Containerschiff aus Ras Al Kaimah mit Alinghis Katamaran. Übermorgen beginnt das Training.

Rund 200 Tonnen Fracht transportierte die „Oceanlady“ für BMW Oracle binnen 20 Tagen vom Trainingscamp in San Diego zum Ort des Geschehens, darunter den Rumpf der „BOR 90“, das Hauptelement des Flügelmasts, Ersatzteile, 19 Container mit Zubehör sowie zehn Team-Boote.

Sechs Tage weniger benötigte die „Cassandra B“ mit ähnlich umfangreicher und wertvoller Ladung für die 4.500 Seemeilen vom Arabischen Golf. Dort hatte sich Titelverteidiger Alinghi zwei Monate lang intensiv auf die Cup-Regatten vorbereitet.

Die Amerikaner wollen sich ab Donnerstag mit Match-Race-Training auf Extreme-40-Katamaranen an die Bedingungen vor Ort gewöhnen. Alinghi plant den Trainingsbeginn auf dem Wasser nach eigenen Angaben für „Mitte des Monats“.

  Die „Alinghi 5“ als Decksfracht bei der Ankunft in SpanienFoto: Team Alinghi
Die „Alinghi 5“ als Decksfracht bei der Ankunft in Spanien

Ob die Rennen wie vorgesehen am 8. Februar beginnen werden, bleibt allerdings nach wie vor fraglich — die juristischen Scharmützel der Kontrahenten dauern unvermindert an. So steht eine Entscheidung über den Vorwurf von BMW Oracle noch aus, Alinghi habe seine Segel nicht vollständig in der heimischen Schweiz laminiert, wie das vorgeschrieben sei.

Im Gegenzug moniert Alinghis Club, die Société Nautique de Genève (SNG), den neuen Liegeplatz des amerikanischen Mega-Tris. Während der Titelverteidiger seine angestammte Basis im 2007 eröffneten America’s-Cup-Hafen Dársena bezog, hat sich BMW Oracle im nahen Handelshafen Valencias eingerichtet. Und das verstößt nach Ansicht der Schweizer gegen die gemeinsame verabschiedete Ausschreibung, die Notice of Race (NOR).

In einem Brief an den Golden Gate Yacht Club (GGYC), unter dessen Stander BMW Oracle antritt, heißt es ironisch-scharf: „Wie Sie vielleicht wissen, müssen die Boote der Teilnehmer gemäß der NOR an den zugewiesenen Plätzen im Dársena- oder im äußeren Dársena-Hafen verbleiben. Jedes Liegen des GGYC-Boots im Handelshafen verstößt gegen die NOR, beeinflusst den 33. Ameica’s Cup negativ und schädigt maßgeblich die SNG und Alinghi. Die SNG wird alle Anstrengungen unternehmen, die NOR durchzusetzen.“

Das Problem: Der Dársena-Hafen ist für den Riesen-Trimaran mit seinem Flügelmast gar nicht geeignet, die Herausforderer wehren sich vehement gegen einen Umzug. Die Sicherheit aller Beteiligten und der Yachten habe höchste Priorität, verlautbart GGYC-Kommodore Marcus Young. Und die sei im Dársena-Hafen nicht gewährleistet. Tatsächlich könnte das 30 Meter lange Carbon-Geschoss dort bei bestimmten Windverhältnissen nicht mehr zu kontrollieren sein.

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