America's CupDeutschland im America´s Cup?

Jochen Rieker

 · 26.04.2005

Für Fresh Seventeen wird es ganz eng. Bis spätestens Freitag entscheidet sich, ob das Syndikat in Valencia um die Krone des Segelsports mitkämpft

Sicher ist nach Informationen der YACHT, dass Germany One keinerlei Chance mehr hat , den notwendigen Etat aufzutreiben. Das von Roland Gäbler und einem kleinen Eckernförder Yachtservice-Unternehmen initiierte Projekt steht am Ende, bevor es überhaupt angefangen hat.

In München verhandeln die Organisatoren von Fresh Seventeen einstweilen mit einem börsennotierten Unternehmen der Informations- und Kommunikationsbranche.

Wie YACHT online aus dem Umfeld erfuhr, waren in den vergangenen Wochen mehrere zunächst aussichtsreiche Gespräche erfolglos geendet. Jetzt trat, sprichwörtlich in letzter Sekunde, ein neuer potenzieller Geldgeber auf den Plan, der sowohl die Mittel als auch die Motivation für ein Engagement mitbringt.

Allerdings: Selbst wenn der Einstieg noch gelingen sollte, was voraussichtlich Donnerstag feststeht, bleiben Zweifel, was den Erfolg der Kampagne betrifft.

Nach den Statuten müssen die Herausforderer nicht nur 1,25 Mio. Euro Nenngeld überweisen, sondern auch an allen Acts des Jahres (Valencia, Malmö, Trapani) teilnehmen. Wer das mangels Vorbereitungszeit nicht schafft, ist auf das Wohlwollen des Challenger-Kreises angewiesen. Die sicher gesetzten Teams könnten die Deutschen ausblocken, um ihre eigenne Chancen und ihre Vermarktung zu verbessern.

Wie Fresh Seventeen es schaffen will, einen IACC-Cupper zu kaufen, ihn auf den neuesten Stand nach Version 5 zu bringen und eine Crew zusammenzustellen, die sich bereits Mitte Juni bei den Acts 4 und 5 in Valencia behaupten kann, erscheint fraglich bis unmöglich.

Fehlt das Syndikat in Spanien, wäre aber die Teilnahme am Louis-Vuitton-Cup 2007 nicht zweifelsfrei garantiert — eine für die Sponsoren wie auch für ARD und ZDF, die sich die Rechte an der Cup-Übertragung gesichert haben, wenig zufriedenstellende Ausgangsposition.

In jedem Fall wird die Kampagne wohl nicht die hohen Erwartungen von Organisator Uwe Sasse einlösen können. Um ernsthaft mitsegeln zu können, bräuchten die Münchner ein Budget von rund 50 Mio. Euro. Schon jetzt ist der Rückstand beträchtlich, und der lässt sich auch mit noch mehr Geld nicht aufholen. Wahrscheinlich wird dem Syndikat jedoch — sollten sie es überhaupt schaffen - nur ein Teil der Summe zur Verfügung stehen, weil andere große Geldgeber nicht in Sicht sind.

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