America's CupDeutschland gegen Spanien

Carsten Kemmling

 · 15.06.2005

America's Cup: Deutschland gegen SpanienFoto: N. Krauss

Das United Internet Team Germany trifft im ersten Match auf die von Karol Jablonski gesteuerte spanische Yacht; Kurzporträt der Schiffe

Die Auslosung für die heute beginnenden Match-Races des Act 4 in Valencia hat für das deutsche Team Spanien als ersten Gegner ermittelt. Danach warten die Franzosen.

Für Jesper Bank dürfte der Gegner kaum eine Rolle spielen. Seinem Team geht es primär darum, das Schiff ohne größere Schäden über den Parcours zu bringen. Nach einer Woche Training wäre jeder Sieg eine Überraschung.

Denn alle anderen Teams sind in ihrer Vorbereitung weiter. Einen Hinweis darauf geben die Schiffe, mit denen sie in Valencia an den Start gehen.

Das neueste Schiff bringen die Südafrikaner an den Start. RSA 83 wurde erst vor wenigen Wochen fertig gestellt. Nach Problemen mit dem neuen Mast war es sogar fraglich, ob das Team überhaupt an den Start gehen kann. Jetzt soll es ein gebrauchtes Rigg gekauft und maximal zwei Tage damit trainiert haben.

NZL 82 vom Team New Zealand dagegen ist schon bis an ihre Grenzen gegangen und darüber hinaus. Im mit 0:5 verlorenen Cup-Finale versank es fast, als Wasser hereinschwappte. Die Seitendecks sind inzwischen erhöht und der viel diskutierte Rumpfanhang „Hula“ ist entfernt worden.

ITA 77 vom Team Capitalia-Mascalzone ist die legendäre „Stars & Stripes“ von Dennis Conner, die 2002 vor Long Beach sank, nachdem der Ruderschaft gebrochen war. Das Schiff konnte seinerzeit nicht rechtzeitig für den Start des Louis Vuitton Cup gehoben und repariert werden, löste aber für die Viertelfinals das Schwesterschiff USA 66 ab. Es eliminierte die Briten, schied aber mit 0:4 gegen One World aus.

USA 76 vom BMW Oracle ist das Schiff, das im Louis-Vuitton-Cup-Finale zumindest einen Sieg gegen Alinghi erzielte (1:5). Es wurde aufwändig vom Starkwind- zum Leichtwind-Renner umgebaut, und viele hielten es für schneller als das Schiff der Neuseeländer.

SUI 75 ist das aktuellste Boot von Alinghi. Es kam bei den Cup-Rennen allerdings nie zum Einsatz. Zeitweilig testete es sogar den „Hula“. Das Schiff wird beim Act 4 seine erste offizielle Regatta segeln.

ITA 74 segelte 2002 für Prada alle Rennen im Louis Vuitton Cup und war besonders in der zweiten Round Robin mit 7:1 Siegen sehr erfolgreich. Danach überwarf sich das Team mit Designer Laurie Davidson und verpasste dem Schiff neue Bugsektionen. Es siegte 4:0 gegen Victory, schied aber im Halbfinale knapp mit 2:3 gegen One World aus.

GER 72 vom United Internet Team Germany stammt von Mascalzone Latino, das einzige Team, das für den vergangenen Cup nur ein Boot baute. Es landete auf dem letzten Platz und konnte von 16 Rennen nur eines gegen die Franzosen gewinnen.

CHN 69 vom Team China ist das ehemals leuchtendgelbe Schiff der Franzosen von Le Défi, das nur knapp nicht Letzter wurde und im Viertelfinale chancenlos mit 1:4 an Victory scheiterte. Das Boot wurde in den bisherigen Acts von den Franzosen gesegelt, obwohl sie noch keinen Sponsor hatten.

SWE 63 ist das ältere der beiden schwedischen Boote von Victory Challenge. „Örn“ segelte nur in der ersten Round Robin beim Louis Vuitton Cup und wurde dann gegen „Orm“ ausgetauscht.

FRA 60 ist für K-Challenge am Start. Es ist der Cup-Gewinner von 2000. Die Franzosen haben das Schiff von den Neuseeländern geleast und zur Version 5 umgebaut. Es ist eines der ältesten Schiffe am Start.

ITA 59 vom Team +39 ist noch älter, hat aber schon Alinghi gute Dienste geleistet. Die alte „be happy“ für das erste Schweizer Team FAST 2000 wurde von Alinghi im maximal erlaubten Regel-Rahmen modifiziert und konnte im Training für 2002 sehr lange mit dem späteren Cupsieger SUI 64 mithalten.

Die Paarungen am heutigen Donnerstag:

Flight 1
NZL 82 vs FRA 60
ITA 74 vs ITA 77
ESP 67 vs GER 72
SWE 63 vs USA 76
ITA 59 vs RSA 83
SUI 75 vs CHN 69

Flight 2
ITA 77 vs NZL 82
GER 72 vs FRA 60
ESP 67 vs ITA 74
SWE 63 vs ITA 59
RSA 83 vs SUI 75
USA 76 vs CHN 69

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