America's CupDas Ainslie-Double: "We can do it!"

Tatjana Pokorny

 · 19.11.2016

America's Cup: Das Ainslie-Double: "We can do it!"Foto: Ricardo Pinto/ACEA

Sir Ben Ainslies Team Land Rover BAR hat mit dem Sieg in Japan die America's-Cup-Weltserie gewonnen – ein Doppel-Triumph mit Mehrwert

  Gelungener Doppel-Schlag: Die Briten haben die finale Regatta vor Fukuoka und die Gesamtwertung der Louis-Vuitton-America's-Cup-Weltserie gewonnenFoto: Harry KH/Land Rover BAR
Gelungener Doppel-Schlag: Die Briten haben die finale Regatta vor Fukuoka und die Gesamtwertung der Louis-Vuitton-America's-Cup-Weltserie gewonnen

Erst sicherten sie sich den Sieg in der Louis-Vuitton-America's-Cup-Weltserie und dann gewannen sie im Finalrennen am "Super-Sonntag" auch noch die neunte und letzte Regatta im japanischen Fukuoka: Dieses Wochenende verlief ganz nach dem Geschmack von Sir Ben Ainslie und seinem Team Land Rover BAR. Die Briten haben Nervenstärke und Flagge gezeigt und der Cup-Welt bewiesen, dass sie zumindest sportlich das Rüstzeug haben, um die Cup-Verteidiger vom Oracle Team USA im kommenden Jahr ernsthaft fordern zu können. Was die Teams technisch können, wird sich erst im Sommer 2017 zeigen.

Ein kurzer Clip vom Finale in Japan. Sir Ben AInslies Team Land Rover BAR hat mit dem Regattasieg auch den Triumph in der Louis Vuitton America's Cup Weltserie gesichert

In der Weltserie verwiesen die Engländer die amerikanischen Cup-Verteidiger und das Emirates Team New Zealand auf die Plätze zwei und drei. Bei der Regatta in Fukuoka hatten das punktgleiche schwedische Team Artemis und Oracle Team USA auf den Plätzen zwei und drei das Nachsehen gegenüber den Engländern. Den Briten reichte am finalen "Super-Sonntag" eine Bilanz von 4-2-3, um die Konkurrenz im Schlusssprint abzuhängen. Der Jubel an Bord des britischen Katamarans war entsprechend groß. "Für uns als Team bedeutet dieser Sieg eine starke Botschaft an alle unsere Unterstützer: Wir können es schaffen."

  Hat den America's Cup schon als Taktiker mit den Amerikanern gewonnen, will ihn aber 2017 in sein Mutterland Großbritannien zurückholen: Sir Ben Ainslie ist Initiator, Skipper und Teamchef von Land Rover BARFoto: Lloyd Images/Land Rover BAR
Hat den America's Cup schon als Taktiker mit den Amerikanern gewonnen, will ihn aber 2017 in sein Mutterland Großbritannien zurückholen: Sir Ben Ainslie ist Initiator, Skipper und Teamchef von Land Rover BAR

Damit spielte der viermalige Olympiasieger natürlich schon auf die Chancen seiner Mannschaft im 35. America's Cup an. Ainslies Team Land Rover BAR will 2017 als erste englische Mannschaft die wichtigste Trophäe des internationalen Segelsport gewinnen und in ihr Mutterland zurückholen, wo die Premiere 1851 rund um die Isle of Wight stattgefunden hatte. Die Briten hatten die "bodenlose Kanne" direkt an amerikanischen Herausforderer verloren und konnten sie in bislang 165 Jahren noch nie gewinnen. Sir Ben Ainslie und seine Mitstreiter wollen diesen historischen Makel im kommenden Jahr vor Bermuda tilgen.

  Die beiden dominierenden Mannschaften der America's-Cup-Weltserie im Duell: Land Rover BAR und Oracle Team USAFoto: Ricardo Pinto/ACEA
Die beiden dominierenden Mannschaften der America's-Cup-Weltserie im Duell: Land Rover BAR und Oracle Team USA

Mit dem Gesamtsieg in der Louis-Vuitton-America's-Cup-Weltserie verdiente sich das Team Land Rover BAR zwei Bonuspunkte für die Qualifikation 2017. Einen Bonuspunkt sicherten sich die amerikanischen Cup-Verteidiger mit Skipper Jimmy Spithill. Das neuseeländische Emirates Team New Zealand mit Olympiasieger Peter Burling am Steuer ging im Kampf um die Bonuspunkte leer aus.

  Im Duell: das SoftBank Team Japan mit dem britischen Team Land Rover BARFoto: Ricardo Pinto/ACEA
Im Duell: das SoftBank Team Japan mit dem britischen Team Land Rover BAR
  Das Interesse der Fans war in Fukuoka großFoto: Ricardo Pinto/ACEA
Das Interesse der Fans war in Fukuoka groß

Den Sieg in der Weltserie sicherten sich die Briten in den vergangenen zwei Jahren vor allem mit Konstanz: Nur zweimal hatten Ainslies Männer einen Platz auf dem Podium verpasst. Vier der neun Regatten konnten die Briten gewinnen (2 x Portsmouth, Oman und Fukuoka). Einmal segelten sie auf Platz zwei (Chicago), zweimal auf Platz drei (Göteborg und Toulon). "Der Gesamtsieg war die ganze Saison unser Ziel", sagte Ainslie, "die Jungs haben einen unfassbar guten Job gemacht."

  Nachdenklich: Skipper Jimmy Spithill und sein Oracle Team USA mussten sich in der Weltserie den britischen Herausforderern vom Team Land Rover BAR geschlagen gebenFoto: Ricardo Pinto/ACEA
Nachdenklich: Skipper Jimmy Spithill und sein Oracle Team USA mussten sich in der Weltserie den britischen Herausforderern vom Team Land Rover BAR geschlagen geben
  Steuermann Peter Burling und das Emirates Team New Zealand haben die Cup-Verteidiger im Schlussspurt attackiert, konnten sie aber nicht mehr von Platz zwei verdrängen und den Amerikanern den Bonuspunkt streitig machenFoto: Ricardo Pinto/ACEA
Steuermann Peter Burling und das Emirates Team New Zealand haben die Cup-Verteidiger im Schlussspurt attackiert, konnten sie aber nicht mehr von Platz zwei verdrängen und den Amerikanern den Bonuspunkt streitig machen

Jimmy Spithills Oracle Team USA konnte den Gesamtsieg der Briten auch mit aggressiven Manövern nicht mehr gefährden, musste schließlich sogar Platz zwei und den damit verbundenen einen Bonuspunkt gegen die drittplatzierten Neuseeländer verteidigen. "Wir wollten die Punkte und hätten nur zu gern beide gehabt", sagte Spithill, "aber andererseits wollten wir ganz sicher nicht zulassen, dass uns Team New Zealand unseren einen Punkt wegnimmt." Spithill zeigte sich als fairer Verlierer und sagte: "Ich möchte BAR zum Sieg in der Serie gratulieren. Du kriegst in diesem Spiel, was du verdienst. Sie haben gut gesegelt."

  Der Jubel der Briten nach dem geglückten Double im japanischen FukuokaFoto: Ricardo Pinto/ACEA
Der Jubel der Briten nach dem geglückten Double im japanischen Fukuoka

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