America's CupCup-Crash: "liebevoller Stupser" oder "rot gesehen"?

Tatjana Pokorny

 · 16.05.2017

America's Cup: Cup-Crash: "liebevoller Stupser" oder "rot gesehen"?Foto: LRBAR

Für Team New Zealand kam der Crash mit Ainslies Team Land Rover BAR zur Unzeit. Teamchef Dalton motzt: "Ein Rückschlag, den wir uns nicht leisten können"

  Crash-Pilot: Sir Ben Ainslie "erwischte" in einer heißen Vorstart-Phase das Heck der gegnerischen KiwisFoto: Land Rover BAR/Harry KH
Crash-Pilot: Sir Ben Ainslie "erwischte" in einer heißen Vorstart-Phase das Heck der gegnerischen Kiwis

Eineinhalb Wochen vor Cup-Beginn steigt das Aggressionspotenzial in den Teams. Bei einem Crash in der umkämpften Vorstartphase eines Trainingsduells zwischen dem Emirates Team New Zealand und Sir Ben Ainslies Team Land Rover BAR wurde das neuseeländische Boot am Heck beschädigt. Ainslie spielte das misslungene Manöver anschließend schnell herunter, entschuldigte sich für die Folgen und ließ via Twitter wissen: "Das war ein liebevoller Stupser, während wir uns ein hartes Duell mit dem Emirates Team Zealand lieferten. Sorry, Jungs! Ich hoffe, dass ihr bald auf dem Wasser zurück seid."

  Not amused: Peter BurlingFoto: Giles Martin-Raget/ACEA
Not amused: Peter Burling

Neuseelands Teamchef Grant Dalton kommentierte die Lage weit weniger entspannt und sagte, dass der Cup schon bald starten würde und sein Team sich einen Rückschlag wie diesen nicht leisten könne. Dalton sagte: "Wir kennen Ben gut, und er ist ein guter Junge. Aber offenbar setzt ihm die Frustration zu, und er sah rot." Die Kiwis rechneten zunächst mit einem mehrtägigen Trainingsausfall. Auch der üblicherweise verbal sehr zurückhaltende neuseeländische Steuermann Peter Burling bezeichnete den Vorfall als "unnötig", sagte: "In der Woche vor dem Cup-Start ist das schon ein bisschen schade. Wir sind alle hier, um zu lernen. Aber was soll man machen?" Bei dem Vorfall wurde auch eine der Bugspitzen des britischen Katamarans beschädigt.

  Dean BarkerFoto: ACAE/R. Pinto
Dean Barker

Dean Barker, Skipper und Steuermann des SoftBank Team Japan, zeigte sich in einem Gespräch mit dem "New Zealand Herald" trotz aller Erfahrung erstaunt und sagte: "Eine Überraschung der letzten Tage besteht darin, wie aggressiv die Trainingsrennen geworden sind. Das hat sich nun bei einer ziemlich heftigen Kollision zwischen zwei Booten deutlich gezeigt." Ein Beobachter fasste die Situation bildhaft zusammen: "Erst hat Burling den Start genagelt, dann hat Ainslie Burling genagelt." Die Briten mussten sich in Folge der Kollision einigen Spott gefallen lassen, hatten sie doch erst vor wenigen Wochen ihr Dock beim Anlegen unfreiwillig gerammt. Typisch America's Cup: Kommen die Gelegenheiten, kleine psychologische Giftpfeile in Richtung Konkurrenz abzuschießen, werden sie in der Regel gern genommen.

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