China scheint ein echtes Interesse daran zu haben, sich im America's Cup zu engagieren. Die Gerüchte verdichten sich, dass die Chinesen auf der Weltbühne des Segelsports erscheinen wollen.
Am 22. November 04 traf sich Michael Bonnefous, Boss des America's Cup Management (ACM), mit Offiziellen des Olympischen Komitees in Peking. Danach gab er seiner Hoffnung Ausdruck, 2006 einen America's-Cup-Akt in Quingdao, dem Ort der Olympischen Segelspiele 2008, veranstalten zu können.
Damals äußerte sich der Generalsekretär des Chinesischen Olympischen Komitees Gu Yaomin noch zurückhaltend: "Wir sind sehr interessiert. Aber Segeln ist so teuer und technisch anspruchsvoll. Ist China schon bereit dafür?" Dennoch soll Gerüchten zufolge nach weiteren Treffen des ACM mit den Chinesen die Wahrscheinlichkeit eines Akts in Quingdao bei 80 Prozent liegen.
Außerdem gibt es Anzeichen dafür, dass China ein neues Team für 2007 finanzieren könnte. So sagte Li Quanhai, der Generalsekretär des Chinesischen Seglerverbandes, dass zwei Teams daran arbeiten würden, eine China Challenge für 2006 vorzubereiten. Eines prüfe einen Zusammenschluss mit Franzosen, das andere einen mit Amerikanern. Das könnte auf die Syndikate von Le Defi hindeuten oder ein Comeback von Dennis Conner bedeuten.
Eine weitere Wortmeldung aus China kam von Wang Chaoyong, dem Präsidenten der Privatbank ChinaEquity. Er ließ sich in der Weise zitieren, dass seine Firma 50 Millionen US-Dollar ausgeben werde, um ein europäisches Team zu kaufen. Es gibt Stimmen, die behaupten, GBR Challenge könnte so wiederbelebt werden.
Außerdem wird im Internet spekuliert, dass China sehr viel dafür geben würde, den 33. Cup auszurichten. Wenn der nächste Sieger wieder eine Ausschreibung veranlasse, sei China ein heißer Kandidat. Es passt zu der Strategie, große Sportereignisse ins Land zu holen, um die neue Offenheit zu dokumentieren. Die Formel 1 gastierte im vergangenen Jahr, ebenso die amerikanische Profi-Basketball-Liga und der internationale Tennis-Zirkus. Höhepunkt ist Olympia 2008.