America's CupBMW erweitert America's-Cup-Engagement

Pascal Schürmann

 · 25.05.2004

America's Cup: BMW erweitert America's-Cup-EngagementFoto: H.-G. Kiesel YACHT

Tony Kolb an Bord

Die BMW AG hat ihr America's-Cup-Engagement nach dem Formel-1-Vorbild von BMW Williams ausgebaut. Nach der Cup-Premiere mit Larry Ellisons Team Oracle BMW Racing 2002/2003 setzen die Münchner Automobilbauer ihre Segelaktivitäten in Zukunft als gleichberechtigte Partner unter dem neuen Team-Namen BMW Oracle Racing fort.

Das entsprechend gestiegene Budget mochte Dr. Michael Ganal, Vorstandsmitglied der BMW AG, bei einer Pressekonferenz in München am Mittwoch nicht beziffern: "Ich kann die Spekulationen nur in so weit unterstützen, als dass wir das Engagement ausgebaut haben." Nachdem BMW bei der Premiere rund 18 bis 20 Millionen Euro investiert hatte und dem neu formierten Team für die Vierjahres-Kampagne insgesamt etwa 100 Millionen Euro zur Verfügung stehen, dürfte BMW der Einsatz 35 bis 50 Millionen Euro wert sein.

Neu an Bord der künftig schwarz-weißen Rennyachten unter dem US-Banner von Larry Ellisons Golden Gate Yacht Club (San Francisco) ist der Münchner Weltumsegler Tony Kolb. Der 28-Jährige hat seinen Vertrag am 5. Mai unterzeichnet. "Ich bin sehr, sehr glücklich darüber", freute sich Cup-Newcomer Kolb, der vor allem auf dem Vorschiff ins America's-Cup-Geschehen eingreifen möchte.

Tony Kolb ist nach 32 Duellen in der 153-jährigen Geschichte der ältesten Sporttrophäe der Welt erst der fünfte deutsche Segler, der am America's Cup teilnehmen wird. Vor ihm waren bereits der gebürtige Helgoländer Ralf Steitz (1994/95, 2002/03), der dreimalige Olympiasieger Jochen Schümann (1999/2000, 2002/03), der Kieler Psychologe Weert Kramer (1999/2000) und der Hamburger Profisegler Tim Kröger im Cup-Einsatz.

Spekulationen, dass BMW den America's Cup im Falle eines Sieges nach Deutschland holen könnte, wies Dr. Ganal zurück: "Sollten wir tatsächlich in der glücklichen Lage sein, den Cup in San Francisco verteidigen zu dürfen, dann werden wir das mit Freuden tun." Hintergrund ist der attraktive US-Markt. Dr. Ganal erklärt: "Wir sind zwar ein deutsches Unternehmen, doch in Sachen Stückzahlen, Umsatz und Ergebnis sind die USA unser wichtigster Markt."

Ein weiteres Engagement der BMW AG in der internationalen oder deutschen Segelszene, beispielsweise in der America's-Cup-verwandten und wieder boomenden Disziplin Match-Race, ist nicht geplant. Lediglich die Landesgesellschaften treiben eigene Projekte wie die Partnerschaft zur Kieler Woche voran.

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