America's CupArtemis testet neuen Flügel

Dieter Loibner

 · 27.01.2013

America's Cup: Artemis testet neuen FlügelFoto: Sander van der Borch / Artemis Racing

Der schwedische Herausforderer sucht Anschluss. Zweites Boot gibt’s noch keines, aber ein neuer Flügel wurde schon mal zur Probe gefahren

  Großer Preis für einen großen Segler: Loïck PeyronFoto: YACHT/B. Kolthof
Großer Preis für einen großen Segler: Loïck Peyron

Der eben noch bei der "Flagship Night” am Eröffnungstag der Messe in Düsseldorf als "Seamaster 2013” geehrte Loïck Peyron war gleich danach schon wieder in seinem Amt im kalifornischen Alameda, als Artemis den neuen Flügel zum ersten Mal auf den roten AC72 stellte, um ihn auf der Bay auszuführen. Bei guten 4 Beaufort wurde allerdings nur im zweiten Gang agiert, denn die Schweden wissen ja aus schmerzvoller Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn so ein Teil von oben kommt. Und wieder zeigte sich, dass die Schweden, anders als die anderen drei Teams, bisher keine Foils einsetzen, die das Boot bei mehr Fahrt aus dem Wasser heben.

Chefdesigner Juan Kouyoumdjian verriet nicht, ob das der Weisheit letzter Schluss ist, zeigte sich aber dennoch zufrieden. „Ich würde (diesen Wing) als eine Weiterentwicklung des ersten bezeichnen. Es gibt keine fundamentalen Unterschiede.” Er wies auch darauf hin, wie weit das Team in den beiden vergangen Jahren gekommen sei, habe man doch damals praktisch bei null beginnen müssen. „Wir hatten keine Leute, keine Teambasis und haben in der Konstellation auch nie zuvor zusammengearbeitet. Den ersten Wing haben wir quasi als Auftaktprojekt gebaut. Wenn man aber auf das zweite Boot hinarbeitet, mit der Erfahrung vom Bau des ersten, … wird alles ein wenig einfacher. Wir blieben damit in der Zeit und am Gewichtslimit, so wie’s sein soll.”

  Anders als alle anderen verwendet Artemis keine Foils, die das Boot aus dem Wasser hebenFoto: Sander van der Borch / Artemis Racing
Anders als alle anderen verwendet Artemis keine Foils, die das Boot aus dem Wasser heben

Auch nach der Entlassung von Skipper Terry Hutchinson am Ende des Vorjahres ist die Truppe des schwedischen Unternehmers Torbjörn Tornquist mit Rockstars gespickt. Da ist der Olympiazweite im Star, Iain Percy, dann der Olympiasieger im 49er, Nathan Outteridge, die Ikone Paul Cayard und natürlich „Seamaster” Peyron, die alles dransetzen, den Italienern von Luna Rossa und den hochmotivierten Neuseeländern bei der Ausscheidung zum America’s Cup mächtig einzuheizen. Ob’s reicht, wird sich spätestens bei den ersten Wettfahrten des Louis Vuitton Cup zeigen, die ab Anfang Juli vor San Francisco auf dem Programm stehen.

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