America's CupAmerica's Cup: Greenpeace will nicht stören

Carsten Kemmling

 · 22.08.2002

Die Umweltschützer versprechen, das französische Team in Auckland nicht bei seinen Rennen zu behindern

Aufatmen für Tim Kröger, Mitglied des französischen America's Cup Team Le défi Areva. Greenpeace hat angekündigt, keine Aktionen unternehmen zu wollen, die die Leistung der Franzosen auf dem Wasser beinträchtigen könnten.

Greenpeace-Sprecherin Bunny McDiarmid betonte, man wolle zwar vor Ort sein, der Protest jedoch gelte nicht dem America's Cup oder dem französischen Team, sondern allein deren Sponsor, dem Atomkraft -Produzenten Areva. Die Firma gehört zu 79 Prozent der französischen Atomenergie-Kommission, die auch für das Atomwaffenprogramm des Landes und die Atomtests im Pazifik verantwortlich sein soll.

Damit reagieren die Umweltschützer auf weltweite Kritik an ihrer Arbeit nach der Schlauchboot-Attacke auf das französische Boot im Mai dieses Jahres. Tim Kröger berichtete damals aus Lorient: "Die sind ohne Rücksicht auf Verluste mit über zehn Knoten in unser Schiff gerast. Wir hatten Mühe, unseren eigenen Anspruch an defensives Verhalten aufrecht zu halten.

Man kann sich vorstellen, wie 36 durchtrainierte Sportler in Rage wirken. Wir waren unglaublich wütend auf die Greenpeacler. Dieses Boot und dieses Projekt sind unser Leben, und ein aggressiver Angriff von selbst ernannten Pazifisten ist für uns schwer zu verstehen und zu akzeptieren. Unser Syndikatschef Xavier de Lesquen hat Recht, wenn er sagt, dass diese Leute offenbar nicht einmal ihre eigenen Leitlinien für gewaltfreie Demonstrationen beherzigen.

Der Greenpeace-Angriff hat Menschen und Material gefährdet und letztlich auch Materialschaden angerichtet. Soweit wir wissen, handelte es sich bei diesen Vorfällen um eine Aktion von zwölf Greenpeace-Extremisten, die auch innerhalb der Organisation isoliert sind. Es wäre schön, wenn das so wäre, denn sonst müsste man jeglichen Respekt für die Arbeit von Greenpeace verlieren."

Tim Kröger ist inzwischen mit dem Team in Auckland angekommen und hat die ehemalige "illbruck"-Basis bezogen. Die beiden neuen französischen Schiffe werden in der kommenden Woche erwartet.

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